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Trading Books
Book Review by Oliver Sorin from Perfect-Trader.com

Abell, Howard – Digital Day Trading (englische Ausgabe 1999) Abells Ziel mit dem Buch ein umfassendes Manual zum Thema Day Trading abzufassen (laut Vorwort) misslingt vollkommen. Zum einen berührt der Autor lediglich den Aktienhandel (kein Forexhandel, keine Futures, Optionen oder andere Derivate), zum anderen fehlt dem Werk jegliche Breite und Tiefe. Zu Beginn stehen einige Hintergrundinformationen zur Entwicklung des digitalen Trading, wie strukturelle Revolution, dann einige Kommentare über SOES, Den’s und andere technische Hintergründe wie Orderrouting Level II usw. Es folgt das Thema Psychologie, das wie zu befürchten, in einer groben Aufzählung von Traderweisheiten endet. Ein psychologischer Background scheint zu fehlen. Abell versucht erst gar nicht tiefer in die Psyche des Traders einzudringen. Nach dem standardisierten Schema für diese Art von Büchern folgend, werden unprofessionelle Kommentare über Traderpsychologie aufgezählt und dem Leser als letzte Wahrheit verkauft. Abell verwechselt seine persönlichen Erfahrungen und Meinung mit absolutem Wissen und vermittelt sie dem Leser als unumstößliche Wahrheit über professionelles Day Trading. Wenngleich die Einleitung des Buches noch einigermaßen Hoffnung auf ein sinnvolles Werk aufkommen lässt, mit den darauf folgenden, deplatzierten Interviews (gehören wenn überhaupt dann in den Anhang), wird diese endgültig zerstört. Anstatt eine schlüssige Handelsstrategie vorzustellen, folgt allgemeines Gelaber über technische Analyse und Trendidentifizierung. Themenbereiche Psychologie und Handelsstrategie sind auch in weiterer Folge nicht voneinander differenziert und verschmelzen zu einer chaotischen Ansammlung von Binsenweisheiten. Ab Seite 107 wird die Digital Day Trading Method behandelt, mit einer Reihe von Charts ohne weitere Erklärungen. Es dürfte sich um einen wirren Handelsplan, bestehend aus Trendlinien, Pattern Recognition, Inside Days, Outside Days und Breskot Days handeln. Da keine Handelsregeln definiert werden, bleibt dies im Dunkeln. Keine Backtests die den Erfolg der Strategie untersuchen, oder Stärken und Schwächen des Ansatzes über verschiede Märkte analysieren. Der Themenbereich Moneymanagement wird zur Sicherheit vollkommen ausgelassen. Fazit: Als Einstieg vielleicht brauchbar, für professionelles Day Trading ungeeignet. **

Angell, George– Sniper Trading Workbook
Das Workbook versteht sich als Ergänzung zu dem Buch Sniper Trading. Behandelt wird die LSS 3 Day-Cycle Method ein simples Pivot Point System basierend auf einer Idee von Georg Douglas Tylor (Rally Days) und Envelopes als Support und Resistance. Angeschnitten werden Chart Patterns, Divergenzen, Gap Trading, Saisonal Trends, Market Sentiment als Timing Methode und andere. Gesamtheitlich betrachtet, eine etwas chaotische Ansammlung von Timing Methoden, die sich nicht zu einem schlüssigen Handelsplan zusammenfügen und als einzelne Puzzelstücke stehenbleiben. Das Fehlen von Backtests erlaubt keine genauere Analyse der Potentiale der Ansätze. Es gibt keine vertiefende Diskussion über Stärken und Schwächen der Strategien und kein Moneymanagement, jedoch füllt das Thema Psychologie noch einige Seiten aus. Man kann sich dem Eindruck nicht erwehren, dass der Autor mit dem zusätzlichen Workbook lediglich noch ein paar Dollar aus der Thematik ausquetschen wollte. Maximal als Inspirationsquelle für Strategien eines eigenen Handelsplans zu gebrauchen, für professionelles Trading zu oberflächlich. *

Angell, George- Daytrading im Visier (Deutsch) George Angells Buch erzählt kurz und oberflächlich über das Daytrading. Das Gesagte trifft zwar zu, nach fixen Strategien sucht man jedoch vergebens. Fazit: Muss man nicht gelesen haben. *

Bernstein Jake, Bernstein Elliott - Stock Market Strategies that Work Gleich im Vorwort preisen sich Jacob und Elliott als heroische Heilsbringer, die uns arme Gestalten aus dem undurchdringlichen Tradingdschungel helfen. Danach sind sie gütig genug, um im Kapitel The Big Lie über die schmutzigen Tricks der Tradingindustrie aufzuklären. Nicht genug der Selbstverherrlichung, zur Vorsicht wird noch jeder professionelle Market-Timer durch den Schmutz gezogen, bevor über die Unzulänglichkeiten sämtlicher Konkurrenten aufmerksam gemacht wird. Welch Segen, dass endlich jemand erbarmen hat, strahlende Helden braucht das Land! Nach dem stark missglückten Intro wird es erst richtig derbe. Mit unnachahmlicher sprachliche Eleganz wird über den Sinn von Charts und dem Unterschied zwischen einem Tech-Stock und einem Medical-Stock aufgeklärt(kein Scherz). Die Autoren laufen zur Bestform auf und stellen uns Moving Averages, Stochastik, RSI, ADX, ROC und andere Indikatoren als Trading Strategies That Realy Work vor. Das ist bisher unerreicht.
Vielleicht das schlechteste Buch, das ich jemals übers Trading gelesen habe. -Null Sterne-

Bernstein Jake - Complete Daytrader II Wer glaubt nach Stock Market Strategies that Work kann es mit der Complete Daytrader II (1998) nur aufwärts gehen, der wird eines Besseren belehrt. Bernstein bleibt seinem Stil treu - Quantität vor Qualität. Das Buch ist zwar umfangreich, aber zu großen Teilen eine Wiederholung von Teil eins (The Complete Daytrader I 1995). Abermals eine Aufzählung von Indikatoren (Moving Averages, MOM, ROC, Parabolic Sar ) und eine Ansammlung von Traderweisheiten. Dazwischen wieder endloses Geschwafel. Die schon von den alten Tape-Readern benutzte, 30 Minute Breakout Methode (30MBO) und Inside Days werden als heiliger Gral des Systemtradings angepriesen. Unglaublich. **

Der Daytrader von Lewis J. Borsellino
Von einem der besten Trader der Welt, hätte ich leider mehr erwartet, als dieses lieblos verfasste Buch. Als persönliche Memoiren viel zu langweilig, als Anleitung für das Trading wertlos, als Hommage an die Börse leidenschaftslos. Zwischen der ein oder der anderen Zeile schimmert zwar seine Erfahrung und die Wahrheit durch, die es beim Trading zu erkennen gilt, letztendlich wird das Lesen jedoch zur zähen Plage, wenn zum hundertsten Male die Bedeutung seines Vaters erklärt wird. *
 Bollinger, John - BOLLINGER ON BOLLINGER BANDS Bollingerbänder gehören zu den bedeutendsten Entwicklungen in der Geschichte der Charttechnik. So gut wie jedes Softwarepaket hat sie integriert und es gibt wohl kaum einen Trader der nicht schon von ihnen gehört hat. Es gibt sie heute in unzähligen Variationen und Weiterentwicklungen, sie sind Bestandteil von profitablen Handelssystemen, sowohl von Countertrend- als auch von Breakoutvarianten. Die Einleitung behandelt unterschiedliche Chartarten und Timeframes, es folgen einige Gedanken über Traderpsychologie mit einer gesunden Skepsis gegenüber systematischen Ansätzen. Teil zwei schafft die Basics, beleuchtet die Geschichte von Bänderindikatoren und ihre Entwicklung, zeigt andere Varianten wie Keltner-, Donchair-, und Bomarbänder. Das auch die Hurst Envelopes erwähnt werden, sieht man gerne (Hurst, ein wenig bekannter Zyklustheoretiker mit interessanten Beiträgen zur Thematik). Volatilität und Adaptivität werden als Schlüsselelemente im erfolgreichen Umgang mit Bändern herausgearbeitet. Das nächste Kapitel behandel kurz die mathematischen Hintergründe und die diskutiert die Vorzüge unterschiedlicher Parametereinstellungen, es folgen einige statistische Überlegungen bevor man zu einem wichtigen Punkt übergeht, nämlich die Bollinger Bänder und ihr Zusammenspiel mit Chartformationen und Indikatoren. Neben einer vertiefenden Diskussion zur Pattern Recognition gehen auch Überlegungen zu Elliott Wave Pattern, und Point and Figure Charts zur Rauschunterdrückung mit ein. Teil III und IV stellen vier verschiedenen Tradingmethoden mit den Bollingerbändern vor: Antizipieren von Volatilitätsbreakouts und frühzeitiger Trenderkennung (ähnlich wie bei Pruitt), sowie Volumenbreakouts und Reversals. Ein Kapitel Advanced Topics und ein Glossar runden die ganze Sache noch ab. Da die Bollingerbänder so gut wie in jedem Buch über technisches Trading erörtert werden, muss man diese Ausgabe nicht unbedingt kaufen. (Fortgeschrittene Techniken finden sich z.B. bei Jurik, Ruggiero) Es fließt jedoch viel Hintergrundwissen zur Charttechnik und dem Umgang mit Indikatoren mit ein, Bollinger besitzt eine außergewöhnliche Routine und Erfahrung die man sonst kaum wo findet (eventuell noch bei Murphy). Die Bollingerbänder sind Werkzeuge die das Zusammenspiel verschiedener Elemente wie Volatilität, Volumen, statistische Preisverteilung, Breakouts und Trendentwicklung aufdecken und dem Autor gelingt es über den gesamten Text hinweg, ein Verständnis dafür zu vermitteln. Daher ist das Buch nicht nur Systementwicklern zu empfehlen, die sich speziell mit Bollinger auseinandersetzen, sondern auch für fortgeschrittene Charttechniker, die sich noch einen letzten Feinschliff im Umgang mit den Bändern verschaffen möchten. Fazit: Ein umfangreiches und gelungenes Buch, das die Bänder aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Ein sehr erfahrener Autor, der für einen Techniker überraschend philosophisch angehaucht ist, jedoch ohne peinlich zu wirken. Zu empfehlen ist auch ein Blick auf seine Website www.BollingeronBollingerbands.com ****

Bouchaud Jean Phillipe und Potters, Marc - Theory Of Financial Risks. From Statistical Physics to Risk Management Nachdem Markowitz und Sharpe den Beweis erbracht haben, dass Diversifikation zu einer Verminderung des Gesamtrisikos eines Portfolios führen kann, hat Risk Management einen grandiosen Boom erlebt. Die Entwicklung ist rasch vorangeschritten und die Literatur stark gewachsen. Der Beitrag, den Bouchaud und Potters mit Theory Of Financial Risks liefern, zählt zu detaillierten Werken in Sachen Money- und Riskmanagement. (komplexer und vertiefender als die Arbeit von Ralph Vince - The Mathematics Of Money Managemet). Theory Of Financial Risks ist ein stark theoretisches Buch dessen Studium Arbeit macht und Zeit benötigt. Viele Formeln, Vertrautheit mit statistischen Grundlagen und fortgeschrittener Mathematik wird vorausgesetzt. Der Lohn dafür sind neue Einsichten in die Risikominimierung. Das physikalische Verständnis der Autoren weiß zu gefallen und hebt die Arbeit von der Konkurrenz ab. Der Leser erhält eine umfassendere Perspektive auf die statistischen Gesetzmäßigkeiten im Riskmanagement, als dies andere Bücher zu dem Thema liefern. Die Autoren zeichnen sich durch eine skeptische Sichtweise auf Mainstream Finanztheorien aus und zeigen teilweise erstaunliche Schwächen der Standartmodelle (z.B. Black Scholes Modell) auf. Zum Inhalt: Nach einer Einführung in unterschiedliche Verteilungsfunktionen geht es gleich ordentlich zur Sache: Preis- Statistik Theorie (Geometric Brownian Motion), dann behandelt das Kapitel 3 Portfoliooptimierung, Risk Measurement, Diversifikation, Korrelationsanalyse und Drawdowns. Kapitel 4 sorgt sich speziell um Futures und Optionen, Optionspreismodelle und Möglichkeiten zur Risikokontrolle. Hedging Strategien und mögliche Fehlerquellen (z.B. durch Limitationen des Black Scoles Modells) werden ausführlich errötet. Auf den Optionshandel und seine Risiken wird in weiterer Folge in Kapitel 5 vertiefend eingegangen. Fazit: Das Buch richtet sich eher an Finanz- und Portfoliotheoretiker, als an praktisch orientierte Trader. Systementwickler und Trader finden bei den Büchern von Vince geeignetere Ausarbeitungen, die praxisorientierter sind. Wer vertiefend in die Materie eindringen will, für den sind Bouchaud und Potters als weiteführende Literatur absolut empfehlenswert. Geeignet auch für Hedging Strategen mit Schwerpunkt Optionshandel oder Fundmanager, die Verantwortung für Kundengelder tragen und auf dem Gebiet des Risk Management zuhause sein müssen. ***

Bressert, Walter - The Power Of Oscillator Cycle Combinations Das Buch ist 1991 erschienen und zählt damit eher noch zu den früheren Pionierarbeiten, was die moderne Zyklusanalyse der Finanzmärkte anbelangt. (Die mit Ehlers ihren Höhepunkt erreicht). Bressert beginnt mit einigen Grundlagen über Zyklen, wie Right- Left- Translation, es folgt eine umfangreiche Aufzählung bekannter Zyklen in den Aktien und Warenmärkten (z.B. Stocks 4j, Gold 5,5j und 9,5j, Copper 5, Corn 3j,9j und 11j, Wheat 4,5j und 9j usw.) und saisonaler Zyklen. Kapitel II offeriert technische Werkzeuge und Oszillatoren in Verbindung mit Zyklen. Es folgt die Methode des Detrendings zum Auffinden von Marktschwingungen, auf die in weiterer Folge detailliert eingegangen wird. Ein weiteres Kapitel stellt die Kombinationen mit Indikatoren wie Moving Avergages, RSI CCI, Stochastik (etwas langatmig) vor, ein paar Seiten über simplifiziertes Money- und Riskmanagement versuchen das ganze für Trader abzurunden.
Wenngleich der Inhalt die Zyklusanalyse stark vereinfacht dargestellt wird, die Grundlagen der Wellen- und Zyklusmechanik ebenso fehlen, wie fortgeschrittenen Analysemethoden (wie Fourier Transformationen, oder Mesa - erst viele Jahre später von Ehlers für die Marktanalyse umgesetzt), Bressert ist nicht ungeschickt. Er hat ein gutes Verständnis für die Integration von Indikatoren in die technisch-orientierte Zyklusanalyse und liefert ein durchaus interessantes Buch. Er versucht sich von der charttechnischen Seite her der Zyklusthematik zu nähern, um mithilfe von verschiedenen konventionellen Werkzeugen, periodische Marktschwingungen zu identifizieren. Kein Meisterwerk, aber ein berühmt gewordener Klassiker, der für Charttechniker im Grunde ganz lesenswert ist (weniger jedoch für signalorientierte Systemtrader). Fortgeschrittene Zyklusanalysten werden wohl keine brauchbaren Informationen mehr finden und enttäuscht sein. ***

Bulkowski, Thomas - Encyclopedia of Chart Patterns Ein weiteres Buch für Charttechniker, das hält, was der Titel verspricht. Schulter-Kopf-Schulter, Double-Buttom, ,Flaggen, Diamanten, einzelne Kerzenformationen, Inside Days, Island Reversals, alles mit dabei. Sehr umfangreich, interessant sind vor allem die statistischen Untersuchungen zu den einzelnen Formationen, wenngleich ihr Wert doch sehr fragwürdig ist. So kommt Bulkowski mit seiner statistischen Analyse von Doppeltops zu dem Schluss, dass diese Formation nicht sehr profitabel ist und daher nicht gehandelt werden sollte. Dem werden in der Praxis sehr viele Trader widersprechen. Sehr gut wiederum die Analyse von Gaps in Kapitel 16 und einzelner Kerzenformationen in den nachfolgenden Kapiteln. Das Buch versucht Charttechnik weniger subjektiv und durch die Mechanisierung für Trader schmackhafter zu gestalten. Es ist daher für Trader eine ideale Erweiterung zu klassischen Büchern über Charttanalyse. Sehr übersichtlich, es bietet einige interessante Infos, wer Murphy im Regal hat kann hier also trotzdem zugreifen. *****

Carney, Scott - The Harmonic Trader (1999) Ein sauber gearbeitetes Buch für Einsteiger, sehr einfach und übersichtlich und erinnert mich von der Aufmachung her stark an die Ross- Bücher, man könnte fast meinen das Buch stammt von Ross selbst. (wenngleich die Thematik natürlich sehr verschieden ist). Der Inhalt zentriert sich um Handelssignale, die auf verschiedenen Fibonacci Längenverhältnissen beruhen, der Autor fügt an, dass die vorgestellten Signale in allen Zeitfenstern Gültigkeit besitzen und gleichermaßen funktionieren. Das Buch richtet sich an absolute Neulinge und startet von Grund auf, mit Erklärung zu Barcharts, Gaps, Reversals usw. Kapitel 5 widmet sich dann erstmals der Fibonacci Zahlenreihe. Auch hier wird vom Buttom aus angefangen, leider fehlen die Hintergrundinformationen, die zu einem naturwissenschaftlichen Verständnis des Phänomens beitragen könnten. Kapitel 7 zeigt das 0,618 Retracement im praktischen Einsatz, es folgen weitere Retracements und Preis Projektionen auf unterschiedlichen Fibo Längenverhältnissen. Anschließen werden verschiedene Pattern mit Fiboproportionen (AB=CD Formation) vorgestellt. Kapitel 14 kommt dann endlich zur Gartley Formation. Ich liebe dieses Pattern und screene die Märkte nach EOD Formationen. Kapitel 15 bespricht das verwandte Butterfly Pattern(ursprünglich von Pesavento). Kapitel 16 das Three Drives Pattern, eine Formation die mir bislang unbekannt war, es handelt sich dabei im Grunde um eine Wolfe Wave mit Fibo Proportionen. Kapitel 17 versucht einen Handelsplan zu erstellen und die einzelne Puzzelteile zusammenzufügen. Die Informationen die das Buch bietet sind brauchbar, wenngleich ich die vorgestellten Formationen bisher weder programmiert noch backgetestet habe (außer Gartley). Es wäre aber interessant, sich einen statistischen Eindruck über die Qualität der Einstiegspunkte zu verschaffen. In meinem eigenen Trading beschränke ich mich zumeist auf das 62er Fibo und auf die Gartley Formation als Signalgeber. Es gibt auch Kritikpunkte (viele unnötige Wiederholungen als Seitenfüller, so wird jede bullishe Formation seitenlang nochmal als bearishe wiederholt), aber wenn man es mit ähnlichen Konkurrenzbüchern (wie z.B. Market Esoterica) vergleicht, schneidet es klar besser ab. Das Phänomen Fibonacci und Goldener Schnitt wird leider nicht erörtert, auch Verbindungen zur Elliott Wave Theorie fehlen vollkommen. Kein Buch, das Profis herausfordern wird, auch fortgeschrittene Chartanalysten werden gelangweilt wieder zuklappen. Für sie könnte man den gesamten Inhalt wohl auf einer Seite zusammenfassen. http://harmonictrader.com/ ***

Clifford J. Sherry - The Mathematics of Technical Analysis Wenn John Sweeney von Stock Commodities m Vorwort Rosen streut, dann muss es sich um ein Buch handeln, das einen genaueren Blick verdient. The Mathematics of Technical Analysis ist ein Grundlagenwerk über Preisverteilung und nicht wie der Titel eventuell vermuten lassen könnte, über die statistische Signifikanz von Chartformationen (also kein Buch, wie das von Bulkowski, das einzelne Pattern untersucht und ihre Profitabilität statistisch zu überprüfen versucht.) Es geht also um den alten akademischen Disput, ob die Märkte der Random Walk Hypothese folgen und damit die Suche nach einer profitablen Handelsstrategie von vornherein ausschließen. Kann Clifford Random Walk aus den Angeln heben und die Nützlichkeit von Systemanasätzen und der Technischer Analyse allgemein gegenüber der Fundamentalanalyse unter Beweis stellen? Dazu präsentiert er unterschiedliche statistische Analyseverfahren um die Zufälligkeit von Datenreihen zu untersuchen. Und Sherry schenkt sich selbst nichts, Price Distribution Tabellen über viele Seiten, eine ausführlich und detaillierte Arbeit wie man sie von einem Statistiker erwartet. (Clifford dürfte wohl dem Prototyp eines Strukturmenschen entsprechen). Basieren auf Merkmalen wie Independence und Stationsarzt stellt er die Grundsatzfrage, ob die untersuchten Zeitreihen dem Zufall unterliegen und ob damit die Suche nach einer profitablen Handelsstrategie überhaupt einen Sinn ergibt. Je nach Ergebnis hat der Trader unterschiedliche Konsequenzen zu ziehen. Cliffort liefert damit wichtige Werkzeug für Systemtrader, die Analyseverfahren sind für jeden mit Excel nachvollziehbar. Kapitel 7 beschäftigt sich noch oberflächlich mit Market Noise, Rauschunterdrückung und Glättungsverfahren, Kapitel 8 Pattern Recognition ist für Trader unbefriedigend kurz, ebenso wie das noch schnell angehängte Kapitel 9 über Riskmanagement zu schwach ausfällt. Fazit: Nicht das letzte Wort, aber eine interessante Debatte über Random Walk und dem Sinn von systematischen Handelsanasätzen. Ein Grundlagenwerk nicht nur für Finanzmarkttheoretiker sondern vor allem für Systementwickler, Systemtrader und alle Anderen, die sich den Märkten von der systematischen Seite her nähern. Die Arbeit hat nicht nur theoretischen, sondern auch praktischen Wert und kann sich schnell auf den Kontostand des Traders auswirken. *****

Cooper, Jeff- Hit & Run I Jeff Cooper präsentiert in seinem kurz gehaltenem Tradingbuch Hit & Run Strategien ein brauchbares Manual für Day & Swingtrading. Auch hier ist der Stil kurz und prägnant, Cooper verzichtet auf lange und unnötige Ausführungen. Die Strategien basieren zum größten Teil auf einfachsten Formationen, oft nur zwei bis drei Bars, teilweise mit Indikatoren und gleitenden Durchschnitten kombiniert. Nur Entrysignale, eine Exitstrategie zählt. Das letzte Kapitel Eine Woche Hit & Run ist leider überflüssig, eine genauere Ausführung wäre hier wünschenswert gewesen. Die besprochenen Strategien können (von erfahrenen Tradern) profitabel umgesetzt werden, man darf jedoch keine Wunder erwartet. **

Cooper, Jeff - Hit and Run II Cooper liefert eine Fortsetzung zu seinem Bestseller Hit and Run. Ich muss eingestehen, dass ich Teil I in meinen grünen Jahren für ein gutes Buch hielt, von dem ich stellenweise beeindruckt war. Der Stil wird nahtlos fortgesetzt, abermals kommt Jeff gleich wieder zur Sache, keine Seitenfüller, kein Psychogewäsch oder dergleichen als Intro. Abermals werden einfache Einstiegssignale präsentiert, die ohne großen technischen Aufwand nachzuvollziehen sind (jedoch keine vollständige Handelsstrategien mit Exits und Moneymanangement). Teilweise sind sie den Momentumstrategien des ersten Teils sehr ähnlich, oder darauf aufbauend. Interessant sind die Orderbuchstrategien. Keine Frage, dass Cooper sein Handwerk versteht. Dennoch, eine Diskussion über die Qualität der Signale wäre wünschenswert. Der Mangel an Backtests macht es für die Konstruktion fortgeschrittener Tradingstrategien eher nutzlos. Wer Teil I mochte, wird von der Fortsetzung nicht enttäuscht sein. Ideal für Trader, die auf der Suche nach simplen Entrysignalen sind. Die einfach gestickte Person Coopers tendiert jedoch dazu, das Trading zu übersimplifizieren. Kein Buch für komplexe Trader die nach Antworten suchen. **

Conway, Mark- Professional Stock Trading: System Design and Automation Professional Stock Trading: System Design and Automation von Mark Conway ist meiner Meinung nach ein gelungenes Buch, da gut strukturiert, übersichtlich und professionell. Besprochen werden das Trading mit BarPatterns, Gaps, Spreads, Dreiecken, Ranges und vieles mehr. Sehr viele Systeme, teilweise sogar mit eigenständigen Ideen, jede Menge Easylanguage Code. Das Interessante an dem Buch ist, dass es die einzelnen Systeme kombiniert und ein durchdachtes und komplettes Gesamtsystem mit Moneymanagement liefert. Auch wird auf die Systeme genauer eingegangen und die Backtesting Ergebnisse besprochen. Einfacher Stil ohne Schnörkel, leichtet verständlich erklärt, übersichtlich und gut gegliedert, umfangreich, lässt eigentlich kaum Wünsche offen. Einige Systemansätze könnte man durchaus weiterverwenden. Wenngleich meine eigenen Backtests nicht meine Erwartungen erfüllten, trotzdem eines der wenigen Büchern, das man TS Besitzern empfehlen kann. ***

Coval, Michael – A Trader on Wall Street - A Short Term Traders Guide Wer bislang nichts von Michael Coval gehört hat, muss sich für diese Wissenslücke nicht schämen. Um Verwirrungen vorzubeugen, preist sich der Autor im Vorwort gleich selbst als Experte an. Zum Inhalt: Allgemeines Geschwafel von Seite 2-13, dann lernen wir ausführlich, warum man nicht den Lebensunterhalt verzocken darf. Nachdem der Autor seine Weisheiten in Kapitel 2 vollständig abgeladen hat, erzählen Kapitel 3 und 4 wiedermal über die Geschichte des elektronischen Tradings, Nasdaq, Ordersysteme (SOES), dann grundlegende Begriffe und Elemente des Tradings wie Orderarten und Margin. Man erfährt wie man einen Trading Account eröffnet, offensichtlich erachtet der Autor seine Leserschaft als unmündig und setzt ihre Intelligenz auf der Stufe von Amöben an. Dann die Basics zu ökonomischen und Technische Indikatoren, Newstrading usw.… Fazit: Einsteigerbuch in Sachen Trading, das qualitativ im unteren Segment anzusiedeln ist. Die Bezeichnung Trader verdient der Autor nicht. *

Crabel, Toby- Daytrading with Short Term Price Pattern Toby Crabel ist eine respektierte Größe in der Tradergemeinde, der den Sprung vom privaten Trader zum erfolgreichen Fund Manager geschafft hat und im Big Business mitmischt. Klein angefangen, mit einigen Artikeln in Magazinen, hochgekämpft zum Seif Made Millionär – damit gilt er bereits als eine Art Legende unter Tradern. Sein Buch Day Trading with Short Term Price Pattern ist im Traders Press Verlag erschienen, der für qualitativ hochwertige Tradingliteratur steht. Es hat sich über die Jahre den Status eines Kultbuches angeeignet, ist vom Tradingstil her am ehesten mit Cooper und Raschke zu vergleichen, jedoch mit detailierter statistischer Ausarbeitung und daher mit wesentlich mehr Tiefe. Crabel befasst sich darin detailliert mit Opening Range Breakouts (OBR) und testet Variationen davon über unterschiedliche Märkte hinweg. Wer sich für Opening Patterns wie den 30MBO Ansatz interessiert, hat hier eine Ausarbeitung Schwarz auf Weiß vorgelegt. Der Ansatz ist rein statistisch, man kann sich mit relativ geringem Aufwand und Hintergrundwissen, selbst als Börsengreenhorn, innerhalb weniger Tage eine brauchbare Handelsstrategie zusammenbasteln, wenn man die mathematischen Gesetze und Grundlagen des Moneymanagement beachtet. Für eine systematische Umsetzung ist Crabel in Kombination mit Clifford J. Sherry - The Mathematics of Technical Analysis zu empfehlen. Das Buch wird heute um die 1000 $ gehandelt, wer zugreift, hat ein kleines Stück Tradinggeschichte im Bücherschrank, dem es auch an sinnvollen Informationen nicht mangelt. Tägliches Patternscreening unter http://www.mypivots.com/dn/ ****

Douglas, Mark- The Disciplined Trader Ich las The Disciplined Trader von Mark Douglas auf Empfehlung in einem der Ross Bücher, war jedoch von dem langweiligen Stil des Buches sehr enttäuscht. Auch wenn die Psychologie eine entscheidende Komponente beim Trading ist, wird man mentale Schwächen nicht mit seitenlangem Geschwätz eines Buches in den Griff bekommen können. Erfahrung im praktischen Handeln und das Lernen aus den eigenen Fehlern ist der Schlüssel zum Erfolg. Nur wer den Schmerz selbst spürt, wird lernen die Fehler zu vermeiden, denn Trading kann man nicht aus einem Buch lernen. Auch für dieses Buch gilt: Wer auf der Suche nach sich selbst ist, wird in der psychologischen Fachliteratur, in der Philosophie und vor allem in den spirituellen Traditionen des Ostens am Besten aufgehoben sein. *

Deel, Robert - The Strategic Electronic Day Trader Erschienen 2000 im Wileys Verlag, damit habe ich beim Kauf hohe Erwartungen in das Buch gesetzt, die jedoch nur stellenweise erfüllt wurden. Inhaltliche Details: An der Einführung in das elektronische Trading ist nichts zu bemängeln, ebenso gut erklärt sind die Tradinggrundlagen zu Comissions und dem technischem Handwerkzeugs zur Trenderkennung, Indikatoren, Chart Patterns, Vola-Trading und Themenverwandtes. Tradingstrategien und Moneymanagement kommen aber viel zu kurz. Kritikwürdig sind zwischenzeitlich überlange Textstellen mit stark subjektiv gefärbten Einflüssen des Autors, die über einen Mangel an Fakten hinwegtäuschen wollen. Dennoch bleibt ein professioneller Eindruck erhalten. Positiv ist der Einbezug von Orderbuchstrategien. Auch versucht der Autor das Themenfeld Psychologie, physische und mentale Fitness nicht nur am Niveau von Binsenweisheiten zu belassen, oder bei modern gewordenen Empfehlungen zu Yoga und Tai – Chi, sondern das Ganze etwas gewissenhafter Auszuführen. So werden beispielsweise Persönlichkeitstypen angerissen, Schlafrhythmus, Hypnose, Biofeedback und ähnliches. Abgerundet wird das Thema elektronisches Day Trading durch einige Infos zu Hardware, Grafikarten usw. Fazit: Robert Deel ist an und für sich kein unbekannter Name mehr, er liefert aber nur ein durchschnittliches Grundlagenwerk für den Tradingeinstieg. Im Vergleich zu den Konkurrenzbüchern von Abell und vor allem Bernstein schneidet The Strategic Electronic Day Trader klar besser ab, Profis finden aber keinen Mehrwert. Drei Sterne (inklusive Wiley Bonus Stern) ***

DiNaploli, Joe - Trading with DiNapoli Levels Trading with DiNapoli Levels ist ein brauchbarer Beitrag zum Fibo-Trading. Der Autor versucht nicht bloß eine Zusammenfassung von bekannten Ansätzen abzuliefern, sondern eigenständige Ideen und Entwicklungen einzubringen. Wenngleich es keine revolutionären Ideen offeriert, verdient das Buch einen genaueren Blick: Die ersten 50 Seiten sind für Omas Ofen (MACD, STOCH). Kapitel 5 stellt neue Indikatoren und Weiterentwicklungen vor, deren Notwendigkeit teilweise in Frage gestellt werden muss (z.B. Double Repo). Der Inhalt der nächsten hundert Seiten läuft darauf hinaus, Indikatoren zur Filterung von Fehlsignalen einzusetzen(subjektiv). Die Einführung in Fibonacci Zahlenreihe ist kurz aber für den Zweck des Buches ausreichend. Erst in Sektion 3 werden die DiNapoli Marken besprochen. Kurz zusammengefasst handelt es sich dabei um eine Tradingmethode basierend auf Fibonacci Retracements die angelehnt an die Elliott Wave Theorie ist. Kapitel 11 und die darauf folgenden Kapitel versuchen einen Tradingframe zu konstruieren, der die vorgestellten Elemente zusammengefügt. Gehört zu den besseren Büchern in Sachen Trading und kann sich mit dem Ross Niveau messen, geht aber nicht darüber hinaus. Wenngleich allgemeine Handelsregeln definiert werden, der Sprung zum systematischen Trading wird nicht vollzogen. Es bleibt ein subjektives Restvakuum bestehen. Daher kann auch keine abschließende Aussage über die Qualität der Signale und der Methode allgemein abgegeben werden. Da Backtests und eine mathematische Ausarbeitung fehlen, können keine fortgeschrittenen Moneymanagementmodelle integriert werden. Unnütze Binsenweisheiten trüben das Gesamtbild, seien dem Autor aufgrund des frühen Erscheinungsdatums jedoch verziehen. Fazit: Auf der Suche nach neuen Tradingideen abseits des Mainstreams kann man bei DiNapoli durchaus vorbeischneiden. Über die Jahre hat sich eine kleine Industrie um den Namen aufgebaut, mit Videos, Kursen, Seminaren, zahlreichen Add-Ons und Plug ins für die großen Softwarepakete. Das Material ist nicht unnütz, dennoch läuft Joe mit seiner Kommerzialisierung Gefahr, auf einer Ebene mit Pseudo-Ausbildern wie Bernstein angesiedelt zu werden. ***

Douglas, Mark- Trading in the Zone (English) Trading in the Zone versteht sich als Fortsetzung zu The Disciplined Trader und ist wie sein Vorgänger ein schmerzhafter Fehlschlag. Der Autor hat eine Marktlücke erkannt und sich auf die psychologische Komponente des Tradings spezialisiert. Er richtet sich an Trader die Verluste eingefahren haben und jetzt verzweifelt nach Orientierung suchen. Das Ganze scheint einem amerikanischen Trend zu folgen, möglichst inhaltsloses Geplapper über Psychologie von sich zu geben, durchsetzt mit einigen Phrasen die man in irgendwelchen Lifestyle Magazinen aufgeschnappt hat. Es ist trendy tiefsinnige Gedanken über sich selbst und das Leben vorzutäuschen. Es gibt keinen psychologischen Rahmen, keine wissenschaftliche Kartografie, kein Modell, innerhalb dessen der Autor seine Aussagen entwickelt, überhaupt scheint ein Psychologiebackground vollkommen zu fehlen und so gestaltet sich der Text zu einer Aneinanderreihung von subjektiven Gedanken über das Trading. Sätze wie „Vertrauen sie in ihre Stärke und ihre Tradingmethode“ nerven einfach. Wir lernen zum Beispiel ausführlich in Kapitel 3, dass ein Trader für sein Handeln Verantwortung übernehmen muss - wer hätte das gedacht. Wissenschaftlich fundierte Methoden zur Effizienz- und Leistungssteigerung, zur Entwicklung von mentaler Stärke, oder zur Bewusstseinstransformation findet man ebenso wenig, wie Fakten über Tradingstrategien. Orientierungslose Trader, die sich gerade in einer Krise befinden, werden das Buch am Ende noch verwirrter zuschlagen. *

Ehlers, John F. - Cybernetic Analysis for Stocks and Futures Ehlers gehört zu den führenden Köpfen in Sachen Systemtrading. Er versteht es, die neuesten Entwicklungen aus der digitalen Signalverarbeitung und dem elektronischen Ingenieurswesen in die Tradingindustrie einzubringen und sie für Systemtrader nutzbar zu machen. Sein neuester Beitrag Cybernetic Analysis for Stocks and Futures (2004) stößt eine neue Dimension auf. Das Buch bringt gleich eine ganze Reihe von Weiterentwickelten zu Indikatoren (Cyber Cycle Indikator, CG – Indikator, RVI), die im Gegensatz zu vielen Pseudoentwicklungen anderer Autoren, echte Verbesserungen darstellen (z.B. durch eine Minimierung des Time Lag). Gleich das erste Kapitel bringt eine großartige Untersuchung zur Preisverteilung, Kapitel 2 Trading the Cycle ist ebenso genial wie Kapitel 3 Zero Time Lag Trendlinen als Basis für Trendfolgesysteme. Das Buch ist vollgepackt mit neunen Tradingideen, ebenso mit fortgeschrittenen Techniken zur Zyklusanalyse (z.B. Hilbert Transformation). Ehlers bespricht Cyclemeasurement, Signal to Noise Ratio, Grenzen der Fourier Transformation und von Mesa, die Vorteile der Hilbert Transformation (benötigt nur 4 Bars), bringt adaptive Zyklusindikatoren und analysiert ihre Stärken und Schwächen. Das Buch baut zu großen Teilen auf den Vorgängerwerken Mesa und Rocket Science auf, wie zum Beispiel die Theorie über Trend/Cycle Mode. Abermals mit dabei sind die Butterworth Filter. Sein Hintergrundwissen aus der digitalen Signalverarbeitungen machen Ehlers zu dem Spezialisten in Sachen time-lag Minimierung für Indikatoren. Der Sinuswellenindikator in Kapitel 11 geht noch ein Stück weiter und versucht die Grenzen konventioneller Glättungsmethoden durch nichtkausale Filter zu umgehen. Derzeit eines der besten Bücher am Markt für Systementwickler die nach State-Of-The-Art Entwicklungen Ausschau halten. Zusammen mit Rocket Science ein Segen für Tradestation, eSignal und Neuroshell User. Vermittelt nicht die Grundlagen des Systemtradings. Etwas frustrierend bei Ehlers sind die übermäßig vielen Code Fehler in seinen Büchern. Diese lassen sich bis zu einem gewissen Ausmaß zwar nicht vermeiden und werden auf seiner Website meistens korrigiert, sind aber mittlerweile auffällig und behindern die Arbeit mit seinem Material. *****

Elder, Alexander- Trading for a Living Elder, Alexander- Come into my trading room 2002- Elder, Alexander- Sell and Sell Short Das Buch Trading for a Living erschien 1993 in den Anfängen des digitalen Tradings, vor dem großem Boom, als die breite Masse noch keine Ahnung von der Materie besaß. Elder gehört zu einer Generation von Pionieren und zählt wie Bressert, Williams, Raschke, Ross, DiNapoli, Pesavento zu den Kultfiguren der Traderszene. Doch wie seine genannten Kollegen vollzieht er (zumindest in den Büchern) nie die Entwicklung zum systematischen Trading und bleibt auf einem subjektiven Level stehen. Ich gehe hier nicht sondiert auf den Inhalt seiner Bücher ein, da sich keine großen Entwicklungen beim Autor feststellen lassen. Er konstruiert zwar einen allgemeinen Handelsplan, der jedoch ohne analytische Auswertung im Grunde wertlos ist. Ohne mechanisch definierte Handelsregeln, ohne mathematischen Hintergrund, ohne Backtests und ohne Monte Carlos Simulationen kann keinerlei Aussage über die Qualität der Strategie, über ihre Stärken und Schwächen abgegeben werden. Der Trader ist über seine Risk/Rewards, Drawdowns, Trefferquoten vollständig im Dunkeln und bleibt ein Spielball des Zufalls, der auf Fortunas Gnaden angewiesen ist. Er hat keine Kontrolle über seine zukünftige Performance. Die Bücher der genannten Autoren haben nur geringe Variationen in ihren Handelsstrategien und Einstiegssignalen. Sie folgen alle demselben Schema, benutzen dieselben Floskeln, verzieren das Ganze mit einigen Traderweisheiten und schmücken es mit geistreichen Belehrungen aus. Der Leser ist davon beeindruckt, wundert sich aber, warum sein Kontostand kontinuierlich nach unten läuft. Er gehört zu denjenigen tragischen Figuren, die den Traum vom Trading als Beruf und der finanziellen Freiheit niemals verwirklichen werden. Die Bücher der genannten Autoren sind ganz nett für einen Tag am Strand, aber für professionelles Trading im Grunde wertlos. Fazit: Elder liefert mit seinen Büchern einen Einstieg in das digitale Trading und stattet den Leser mit den Basics wie Indikatoren, Chartformationen, Psychologie und Riskmanagement aus. Die Qualität seiner Ausarbeitungen liegt im guten Durchschnitt, mit ansatzweisen Versuchen neue Entwicklungen und eigenständige Ideen einfließen zu lassen (z.B. Elder Ray, Force Index). Es gibt Versuche zum systemorientierten Denken (Triple Sceen, Parabolic Trading System, Channel Trading System) das aufgrund mangelnder Vertiefung nutzlos bleibt. Elder ist technikorientierter als beispielsweise Ross und von den Hintergrundinformationen her umfangreicher als Raschke. Er liefert keine Kennzahlen von profitablen Handelsansätzen. Sein Name bleibt daher stehen in einer Reihe von Trading-Educatoren, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von ordinären Informationen finanzieren. ***

Farley, Alan - The Master Swing Trader Master Swing Trader ist kein herausstechendes Buch in der trivialen Standartradingliteratur. Es bietet eine weitere Zusammenfassung bekannter Themen, wie Chartpatterns, Support/Resistance und Indikatoren. Auch vor dem üblichen Psychogelaber verschont uns auch dieser Autor wieder nicht. Am ehesten zu vergleichen mit Elder und mit Robert Deel, gemischt mit ein bisschen Cooper, ein wenig moderner gestaltet und mit ein paar Zusatzinfos umfangreicher. Wer Elder, Raschke und ein Standartbuch zur chartechnischen Analyse (z.B. Murphy, Stevens, Gartley) gelesen hat, kennt bereits den Großteil vom Buchinhalt. Den Rest kann man sich mit 30 Minuten googeln aneignen. Zum Schluss versucht der Autor einige Hokuspokus Tradingsetups als profitable Handelsstrategien anzupreisen. Mathematisch definierte Handelsregeln finden sich ebenso wenig, wie eine analytische Ausarbeitung mit Performance-Kennzahlen. Auch Farley schafft es nicht, sich über das Niveau des Profanen zu erheben. Der Master Swing Trader ist ein weiterer Versuch, einen fehlenden mathematischen Background und die Unfähigkeit zum komplexen Denken, mit hochgestochenen Perfektionsallüren zu überspielen. Master Trader haben einen Kaliber von Gann oder Soros. Farley hat die Bücher der banalen Trading-Educatoren neu verpackt und sprachlich ein wenig umformuliert. Er fügt sich nahtlos in das Programm der Tradingindustrie ein, die mit der Hoffnung nach finanzieller Freiheit, Jobfrustrierte zur Berufsselbstständigkeit des Traders lockt. Für die Meisten bleibt der Beruf des Traders eine ewige Utopie und das Buch von Farley wird nichts daran ändern. http://www.hardrightedge.com/ **

Fausett, Laurene – Fundamentals of Neural Networks Neurale Netze sind aus dem Systemtrading nicht mehr wegzudenken. Die Neunziger erlebten einen Boom, der jedoch wieder rasch abgeflaut ist, nachdem man sich eingestehen musste, dass sie nicht der erhoffte Heilige Gral sind und wie jeder andere Ansatz auch Grenzen besitzen. Das vorliegende Buch ist ein allgemeines Grundlagenwerk zum Thema Neurale Netze. Mit knapp 500 umfangreich, jedoch noch nicht auf den Einsatz im Finanzwesen spezialisiert. Es startet vom Grund auf und benötigt keine speziellen Vorkenntnisse, erklärt die Einsatzmöglichkeiten und Funktionsweisen, Gewichtung von Neuronen, Inputs ->Hidden Layers -> Outputs, Training-Variationen und geht dann rasch über zu einer vertiefenden Diskussion der Algorithmen. Ausführlich wird das Kapitel Pattern Classification behandelt. Jedes Kapitel besitzt eine Bücherliste für ein weiterführendes Studium. Das Buch eignet sich für fortgeschrittene Systemtrader die sich in das Thema Neurale Netze einarbeiten und sich mit dem notwendigen Hintergrundwissen ausstatten wollen. Zwar sind moderne Softwarepakete wie Neuro Lab, Neuroshell, Deepinsight, Tradingsolution, Safir-X, Investoxx sehr bedienerfreundlich, indem sie notwendige technische Kenntnisse auf ein Minimum reduzieren und ihre Arbeit so gut wie von alleine erledigen. Wer das Potential dieser teilweise hochentwickelten und umfangreichen Tradingpakete voll ausnützen will, kommt an einem vertiefenden Hintergrundwissen nicht vorbei. Es ist letztendlich enorm zeitaufwendig und sehr schwierig mit Neuralen Netzen erfolgreich an den Märkten zu operieren. Der gezielte Umgang erfordert Erfahrung und der resultierende Nutzen muss die lange Einarbeitungszeit nicht unbedingt rechtfertigen. Dennoch gehört es zu den faszinierten Themengebiete, in die ein Trader vorstoßen kann. Wir sind heute im Privatbereich in der Lage Simulationen durchzuführen, die vor wenigen Jahren noch millionenschweren Millitär- oder Nasarechnern vorbehalten waren. Fortgeschrittene Systementwicklern als auch Market Forecastern bieten Neurale Netze eine erweitertes Spektrum von Möglichkeit. Die Einsatzgebiete sind theoretisch unbegrenzt. Wir können sie mit adaptiven Indikatoren und Glättungsverfahren der digitalen Signalverarbeitung (wie von Ehlers vorgestellt) ausstatten, oder mit Fundamentaldaten, Market Sentiment und Put/Call Ratio Indikatoren füttern. Man kann sie zur Pattern Classification einsetzen, oder um nichtlineare Korrelationen zwischen astrologische Signaturen aufzufinden. Als ebenso nützlich kann sich ihr Einsatz im Riskmanagement erweisen, um in Kombination mit Backtestkennzahlen und Monte Carlo Simulationen fortgeschrittene Moneymanagementmodelle in Tradingsysteme zu implementieren und zu optimieren. In der Finanzastrologie ist ihr Einsatz besonders spannend. Neurale Netze können Millionen astrologischer Signaturen bewerten und aus den Kombinationsmöglichkeiten lernen, welche für zukünftige Marktbewegungen von Bedeutung sein könnten. Mit den gewonnenen Daten kann eine Handelsstrategie konstruieren, oder die Parameter des Bradley Siderographen justieren werden. Man wünscht sich fast, Gann könnte unsere heutige Arbeit bewundern. Fazit: Ein Buch für den Einstig ins Thema Neurale Netze. Noch keine Finanzspezialisierung. ****

Florek, Erich- Neue Tradingdimensionen Neue Tradingdimensionen von Erich Florek suggeriert mehr als es tatsächlich bietet, ist im Gesamtbild jedoch ein brauchbares Buch. Es richtet sich an technisch- und indikatorenlastige Trader. Doch genau hier liegt der Mangel, denn dafür bietet es zu wenig. Einige Strategien kommen bereits bei Raschke vor, die Auflistung und Besprechung der Indikatoren halte ich persönlich für unnötig, da nicht weiter auf die Systemkonzeptionisierung eingegangen wird. Kapitel wie der Techniktempel trüben das sonst positive Gesamtbild weiterhin. Fazit: Wenig Neues unter der Sonne. Auch wenn das Buch schon etwas älter ist, bietet es nur eine Zusammenfassung von bekannten Fragmenten, jedoch kaum eigenständige Ideen. Tradestationbesitzer finden in der englischen Literatur und im Netz um Dimensionen besseres. Neulinge erhalten jedoch einen guten Einstieg. **

Fisher, Robert - Fibonacci Applications and Strategies for Traders (1993) Fibonacci Applications and Strategies for Traders ist wie der Name schon sagt eine strategische Ausarbeitung der Elliott Wave Theorie für Trader. Die Einleitung bringt grundlegende mathematische Besonderheiten der Fiboreihe und einige Beispiele in der Natur und Architektur (Pyramiden). Die Einleitung könnte vertiefender sein, weckt aber auch beim unbescholtenen Leser zumindest ein wenig das Gefühl für die globale Ordnung. Die natürlichen Harmonien erstrecken sich weiter als selbst die Naturwissenschaft derzeit anerkennt. (vom Bereich der Atome und chemischen Elemente im Periodensystem, Größe, Gewicht und Umlaufzeiten der Planeten, Galaxien, Pflanzen und Tierreich, Primzahlen, Geometrie, Musik, Farbharmonie, Proportionen des menschlichen Körpers, und beeinflusste die antike Architektur, Kunst und Ästhetik) Nachdem die Elliott Wave Theorie in Kapitel 3 in ihren Grundzügen erklärt wurde, geht es an die praktische Umsetzung. Das Buch versucht die Lücke zwischen Forecasting und Trading zu schließen, die Handelsstrategie wird unterteil in Correctionpatterns und Extensionpatterns. Ein eigenes Kapitel beschäftigt sich mit dem Entry in einer 5er Welle. Lobenswert ist der Versuch mit Backtests die Qualität der Signale diskutierbar zu machen. Ein weiteres Kapitel Time Analysis beschäftigt sich speziell mit den Proportionen auf der Zeitgerade und der Integration von Preis- und Zeitanalyse.
An der Ausarbeitung kann nichts bemängelt werden, der Autor hat sich intensiv mit einer brauchbaren Umsetzung für Trader auseinandergesetzt. Obwohl Ew und Fibo als Grundlage einer Handelsmethode enormes Potential besitzen, gibt es nur wenige gute Bücher dazu. Zumeist werden sie in Tradingbüchern auf wenigen Seiten beiläufig abgehandelt. Das Trading nach Fibo ist jedoch nicht zu vergleichen mit den Pfeilwurf Strategien und Pseudotradingsetups, die von den meisten Autoren vorgestellt werden. Das Buch ist denjenigen zu empfehlen, die mit der Elliott Wave Theorie bereits vertraut sind und nun für die praktische Umsetzen bei der Definition eines Handelsplans und von Handelsregeln nach unterstützenden Ideen suchen. Die Kombination mit Kase oder DiNapoli bei denen Fibo und EW Bestandteile des Tradingframes sind, kann sich als nützlich erweisen. Auch Michael Gur kann man unter Umständen noch dazu zählen.
Auch Gann Trader die sich bisher nur peripher mit Fibonacci auseinandergesetzt haben, kann dieses Buch zu einem vertiefenden Verständnis der Elliott Wave Theorie und der natürlichen Marktharmonien beitragen. Man muss sich dennoch im Klaren bleiben: Die Elliott Wave Theorie ist keine homogenes Gebilde und es gibt unter neuzeitlichen Theoretikern sogar noch eine Kontroverse über eine grundlegende Kategorisierung von Correctionpatterns, Extensions usw. Wir besitzen heute noch ein steinzeitliches Verständnis der Marktordnung, mit einem vereinfachten Rahmen und die zukünftige Entwicklung wird auch die EW Theorie fortwährend weiterdifferenzieren. ****

Fisher, Mark B. - The Logical Trader Applying A Method To The Madness Opening Range Patterns, wir Erinnerung uns an Crabel, werden von den Profis der Szene mit Erfolg eingesetzt. Ein Ansatz mit dem man es ohne großen Aufwand zum milliardenschweren Tycoon schaffen kann? Ein weiteres Buch das sich mit dieser speziellen Thematik vertiefend auseinandersetzt, wird von Mark Fisher geliefert. Er nennt sein Methode ACD, nach Angaben des Autors eine vollständige Handelsmethode mit Opening Range und Pivot Punkten, die ohne hohen technischen Aufwand, für ihn seit 20 Jahren funktioniert soll und bereits von tausenden Schülern angewendet wird. Die exakte Berechnungsmethode der Opening Range wird nicht preisgegeben, wir erhalten nur den Hinweis, dass sie Volatilitätsadaptiv ist. Liquidität und Volatilität im Underlaying sind Grundvoraussetzungen, damit die Strategie profitabel ist, ansonsten kommt es zu häufigen Fehlsignalen. Und hier sind wir auch schon beim Kern der Sache. Die Methode ist, wie sie in dieser Form vorgestellt wird, als vollständige Handelsmethode mangelhaft und muss auf das jeweilige Underlaying erst volatilitätsadaptiv angepasst und optimiert werden. Sie mag als Basis für Systemtrading genügen, benötigt aber umfangreiche Untersuchungen, um mithilfe von Indikatoren und anderen Filtern, Fehlsignale zu minimieren. Fisher zählt nicht zu der Sorte von armseligen Trader-Ausbildern, die ihr Geld mit der Leichtgläubigkeit naiver Möchtegernaufsteiger verdienen. Er mag zwar ein erfolgreicher Trader sein, als Autor kann man ihm aber Mängel vorwerfen. Auch hat man ihn wiederholt für ein mangelhaftes Verständnis von Random Walk kritisiert. Es gibt zwar Substitute für sein Buch, es bleibt aber auf alle Fälle lesenswert und ist für alle Trader zu empfehlen, die sich für Opening Range Breakout Ansätze interessieren. http://www.thelogicaltrader.net/index.html ****

Gur, Michael- The Symmetry Wave Trading Method
Gur ist ein weiterer Autor, der den Versuch einer Systematisierung der Elliott Wave Theorie unternimmt, um sie für das praktische Trading nutzbar zu machen. Es geht darum die subjektiven Elemente aus der Wellentheorie und alternative Countszenarien zu eliminieren, indem die Wellenpatterns durch ein vereinfachtes Regelwerk organisiert werden. Dazu werden im ersten Schritt die Wellen entsprechend ihrer Degrees gruppiert, um in einem entsprechenden Timeframe agieren zu können, das labeln der Wellen wird vereinfacht. Einstiegssignale werden im Trend vorgegeben. Die Methode ist nicht kompliziert, im Grunde handelt es sich um einen simplifizierten Trendfolgeansatz der der Ross Methode nicht ganz unähnlich ist. Man könnte ähnliches mit einem einfachen Renko Chart anstellen und den gesamten Buchinhalt auf zwei Seiten komprimieren. Wie jede einfache Trendfolgestrategie kommt in Seitwärtsphasen zu Problemen. Da es keine Backtests und keine Monte Carlo Simulationen gibt ist kein Urteil über die Qualität der Strategie möglich. Anstatt ähnliches Vorzulegen, quält uns der Autor im letzten Abschnitt auch noch zusätzlich mit seinen Psychologie Weisheiten.
Die Wellentheorie hat von ihren zahlreichen Begründern und Theoretikern nicht ohne Grund ein kompliziertes Gesamtgefüge erhalten, denn es geht darum der Komplexität der Marktbewegungen gerecht zu werden. Durch eine Vereinfachung des Regelwerkes wird die Elliott Wellen Theorie zwar für den Trader leichter zu handhaben, damit geht aber auch ihr Potential verloren, die Vielfalt der Marktbewegungen zu erfassen. Wird ein komplexes System wie die Börse durch eine vereinfacht Theorie beschrieben, geht dies automatisch mit einem Verlust an Prognosequalität einher. Wer einigermaßen die klassische Wellentheorie beherrscht, wird die Symmetry Wave Trading Methode ohne Mühe outperformen.
Ähnliche Bücher zu dem Thema kommen von Neely und Fisher, die meines Erachtens beide besser geeignet sind, um die Basis der Wellentheorie für das praktische Trading nutzbarer zu machen. **

Hamon J.D - Advanced Commodity Trading Techniques Bietet eine Zusammenfassung von einigen Trading Techniken, die bereits aus anderen Büchern bekannt sind, einige davon sind recht ausgefallen, wie Balance Point oder Ram Methode (eine Art lineare Regressionsmethode). Ein Sammelsurium aus Gann Winkeln, Speed Lines, Elliott Wave Techniken, Indikatoren, Chartpatterns, Zyklen usw.… kein Tradingframe, kein Moneymanagement, keine Backtests. Wer auf der Suche nach sinnlosen aber ausgefallenen Tradingideen ist, schlägt zu. Alternativ kann man anstatt des Buches auch Pfeile kaufen oder einen Primaten konsultieren. **

Hamon, J.D. - Breakthroughs in Commodity Technical Analysis (1985) Unterscheidet sich nur geringfügig vom Vorgänger Advanced Commodity Trading Techniques. Hamon bleibt seinem Stil treu, ausgefallene Tradingtechniken anzusammeln ohne deren Qualität zu überprüfen. Diesmal mit dabei: True Trend Line, Th Lines (Thrust Lines), Hamons Congestion Method, Fibos, Channels und einige Indikatoren. Sehr amüsant sind die Gravity Lines, die dem Autor zufolge von Gann entnommen sind. (werden von Hamon scheinbar mit Ganns Gravity Center des Master Price Time and Trend Calculators assoziiert)
Ein weiterer Ausflug in Hamons Märchenland, wo einem das Mana in den Mund fließt. **

Hurst, J.M. - The Profit Magic of Stock Transaction Timing The Profit Magic of Stock Transaction Timing ist ein Grundlagenwerk zur Zyklusanalyse. Hurst galt als arbeitsamer Market Researcher der unzufrieden mit konventionellen Handelsansätzen sich anfang der 60er vertiefend in die Zyklusthematik eingearbeitet hat. Er war sich darüber im Klaren, dass überdurchschnittliche Profite nur durch Entwicklungen einzufahren sind, die der Masse der Marktteilnehmer zum gegeben Zeitpunkt noch nicht zugänglich sind. Weiteres müsse man, um den Profit zu maximieren, in einem kleineren Zeitfenster handeln mit hoher Präzision. Als Ingenieur hatte er sowohl das technische und mathematische Know How um seinen Plan in der Realität umzusetzen.
Hurst liefert einige grundlegende Gedanken zur Preisverteilung und zur Zyklusanalyse. Laut Hurst seien nur 2% der Marktbewegungen zufälliger Natur (Market Noise) also ein chaotisches Rauschen das der Random Walk Hypothese gehorcht. 75% der Kursbewegungen gehen auf fundamentale Ursachen zurück und seien prognostizierbar, 23% seien zyklischer Natur und seien teilweise prognostizierbar. Hurst postuliert, dass sich die zyklischen Kursbewegungen aus mehreren kleineren Zyklen zusammensetzen. Die zyklischen Kursbewegungen seien die Summe kleinerer Zyklen die ineinander greifen und sich gegenseitig verstärken oder dämpfen. Sein Zykluskonzept basiert auf verschiedenen Überlegungen wie Summation, Magnitude und Duration die der Wellenmechanik ähnlich sind (wie z.B. Interferenz, Resonanz). Er gibt einige Beobachtungen zu den zyklischen Marktschwingungen die indirekt der Wellenmechanik entsprechen, so stehe die Amplitude (Magnitude) einer Marktschwingung in direkten Zusammenhang mit der Zykluslänge (Duration). Interessant sind seine Überlegungen, wie die Summe von Zyklen zur Ausgestaltung von Trendkanäle (mit left -right translation) oder von Chartpatterns wie S-K-S Formationen beitragen.
Im nächsten Schritt versucht der Autor eine Methode zu entwickeln die Kursbewegung wieder in einzelne Zyklen zerlegen kann. Wenn es gelänge die einzelnen Marktschwingungen (Zyklen) zu isolieren könne man durch präzise Ein- und Ausstiege den Profit maximieren. Dazu stellt er eine Envelope Methode vor, die Kursbänder zum isolieren einzelner Zyklen benutzt. Seine Methoden können zwar mit modernen Entwicklungen (z.B. Ehlers) nicht mithalten, sind aber dennoch interessant und vervollständigen das Gesamtbild der modernen Zyklusanalyse. Hurst liefert für die damalige Zeit ein gutes Werk zur Zyklusanlyse. Er beschränkt sich nicht nur auf eine theoretische Ausarbeitung, sondern versucht das Wissen auch für Trader praktisch umsetzbar zu machen. Das Buch ist zwar relativ unbekannt geblieben, zählt aber unter Insidern zu den wichtigsten Werken der charttechnischen Zyklusanalyse. Die Hurst Channel Konstruktion gehört noch immer zum grundlegenden Handwerkszeug der Zyklusanalyse. Es gibt heute einige Lernkurse zu Hurst die Hochpreissegemnt für mehrere Tausend Dollar angesiedelt sind.
Fazit: Alter aber lesenswerter Beitrag zur Zyklusanalyse. ****

Jäckel Peter - Monte Carlo Methods in Finance Wann immer wir die hocheffizienten Märkte mit rein mathematischen Ansätzen bezwingen wollen, sind state of the art Entwicklungen angesagt. Riskmanagement ist ohne Zweifel ein bedeutender Schlüssel dabei und Monte Carlo Simulationen sind aus dem modernen Riskmanagement nicht mehr wegzudenken. Wenngleich Add-Ons zu Softwarepakete wie Rina Systems (zur Tradestation) oder Monte Carlo Lab (zum Wealth Lab Developer) sehr leicht zu handhaben sind und Monte Carlo Simulationen für fortgeschrittene Riskmanagementmodelle auch ohne umfassendem Hintergrundwissen ermöglichen, um ihr volles Potential ausnützen zu können und zur Konstruktion komplexer Portfolios mit mehreren Tradingsystemen, mehreren Underlayings, und einem hohen Diversifikationsgrad, ist eine vertiefende Einarbeitung in das Themengebiet unerlässlich. Das Buch von Jäckel eignet sich für fortgeschrittene Systementwickler und Portfoliomanager die mit den klassischen Modellen der Finanzmarkttheorie Schwerpunkt Risikomanagement arbeiten. Es rüstet den Leser umfassend mit Hintergrundwissen aus, fortgeschrittene Finanzmathematik und Finanzstatistik sind Grundvoraussetzungen. Die Arbeit ist sehr theoretisch gestaltet und für praktisch orientierte Trader eher ungeeignet.
Fazit: Sehr umfassendes und detailliertes Buch über den Einsatz von Monte Carlo Simulationen in der Finanzwelt. Empfehlenswert für Portfoliomanager und fortgeschrittene Systementwickler die auf dem Gebiet Riskmanagement vertiefend mit Moneymanagementmodellen arbeiten. ****

Jones, Ryan - The Trading Game The Trading Game beschäftigt sich speziell mit Moneymanagement. Das Buch gehört zur Pflichtlektüre für jeden, der professionelles Trading betreiben will. Moneymanagement kann aus einem System mit negativem Erwartungswert zwar kein profitables System machen, spielt jedoch die entscheidende Rolle dabei, Risiko und Performance eines Systems auszubalancieren. Damit wird Moneymanagement die Basis für den langfristigen Vermögensaufbau eines Traders. Ryan Jones vermittelt mit seiner Arbeit das Basiswissen über Moneymanagement, dass die Grundlagen jedoch nicht übersteigen. Im Gegensatz zu anderen sehr stark theoretischen Büchern ist es leicht verständlich und stark praxisorientiert, und damit ideal für Trader. Besprochen werden die klassischen Moneymanagementstrategien wie Martingale, Antimartingale, Fixed Fractional, Optimal f, Secure f und weitere Themen sind Overtrading, Pyramidisieren, Drawdowns, Risk of Ruin, einige Überlegungen zur Portfoliokonstruktion in Kapitel 10. Ohne weitere Vertiefung ist Kapitel 14 über Portfoliooptimierung für fortgeschrittene Systemtrader jedoch unzureichend. Fazit: Sehr gutes Einsteigerbuch in Sachen Moneymanagement und Riskmanagement, das die Grundlagen leicht verständlich erklärt. Fortgeschrittene Systemtrader greifen in Kombination mit Tradestation und Rina Systems zu Vince. ****

Jurik, Mark- Computerized Trading Der erste Teil des Buches bis Seite 150 enthält die Basics des technischen Tradings, also wiederum eine Auflistung zahlreicher Indikatoren, wie RSI, Stochastik, dann hin zu Orderarten und Moneymanagement. Es folgen im zweiten Teil Basics über das Testen von Systemen, Psychologie und Intermarketanalyse. Ab Kapitel 15 wird es interessanter und es geht um nichtlineare Analysemethoden, Fuzzy Logic, Genetische Algorithmen... Auf Neurale Netze wird in weiterer Folge genauer eingegangen, Kcat Ansatz usw. Es wird auch versucht, die Handelsideen zu vertiefen. Das Buch ist systematisch gut aufgebaut und erklärt auf gelungene und leicht verständliche Art und Weise. Fazit: Ein recht gutes Buch, für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene. ****

Katz & McCormick- The Encyclopedia of Trading Strategies The Encyclopedia of Trading Strategies von Katz und McCormick sollte eigentlich das große Buch des Backtestings heißen. Hier wird wirklich alles getestet, von Breakout Ansätzen über gleitende Durchschnitte bis hin zu Saisonality und Neural Nets und das über alle Märkte. Aber das Buch erfüllt seinen Zweck und zeigt, dass die Suche nach einem dauerhaft profitablen System als schwierig gestaltet. Die allgemein bekannten Ansätze machen mal Gewinn und mal Verlust, unterliegen letztendlich dem Zufall und versagen in den Out of Sample Tests mehr als kläglich. Doch die meisten der getesteten Systeme sind sehr einfach gestrickt und nicht weiter verfeinert. Interessant die Kapitel über Neurale Netze und Genetische Algorithmen, die in den Out of Sample Tests am besten abschneiden. Hier wäre eine Vertiefung wünschenswert gewesen. Etwas sinnlos das lange hin und her über die verschiedenen Orderarten und die Auswirkungen auf die Systemergebnisse. Fazit: Einsteiger in das Systemtrading bekommen einen guten Eindruck davon, wie hart sich die Suche gestaltet. Ein Buch, das die Augen öffnet, Fakten bringt und nicht schnelle Gewinne suggeriert. Mit diesem Buch erspart man sich hunderte Stunden sinnloser Backtests von Mainstream-Systemen der Marke MACD Crossover und erkennt, dass der Weg der Masse getrost auszuschließen ist. Negativ: Systemideen und Innovationen sucht man in dem Buch vergebens. ****

Kaufman, Perry J.- Trading Systems and Methods Trading Systems and Methods von Perry J. Kaufman gehört zu den umfangreichsten Büchern zum Thema Systemtrading, die ich kenne. Regressionen, Zyklen, Gann, Point & Figure, Weekday Pattern, Indikatoren, Risikokontrolle, DeMark´s Sequential und Systemansätze verschiedenster Autoren... Bei all dem geht leider die Übersicht und der Tiefgang verloren, die konsequente Umsetzung eines Ansatzes findet man daher nicht. Ein roter Faden fehlt. Wer auf der Suche nach Ideen ist und diese selbstständig weiterführen kann, wird hier jedoch fündig, auch wenn das Meiste schon in anderen Büchern zu finden ist. Als Lexikon zum schnellen Nachschlagen gut, für die eigenständige Systemkonzeption jedoch mangelhaft. ***
 Kase, Cynthia - Trading With The Odds: Using the Power of Statistics to Profit in the futures Market Trading gilt zwar als Männerdomäne, einer der ganz großen Namen im Business ist aber Cynthia Kase. Eine Reihe von Indikatoren, Tradingmodellen und diversen Weiterentwicklungen die im Umlauf sind, werden mit diesem Namen verbunden. z.B. Kase’s Adaptive Devstop (Volatilitäts Stop), Kase PeakOscillator, Kase Permission Stochastic. Ihr berühmtes Buch Trading With The Odds erschien im McGraw- Hill Verlag, ein weiterer renommierter Verlag für Börsenliteratur. Veröffentlich 1996 gehört es bereits einer alten Generation des systematischen Tradings an. Kase nähert sich den Märkten als ausgebildete Ingenieurin zwar prinzipiell vom mathematisch-systematischen Ansatz her, besitzt aber auch ein intuitives Gespür für die natürliche Harmonien und fraktale Natur der Kursbewegungen, wie sie in der Elliott Wave Theorie zur Anwendung kommen. Sie vollzieht damit, im Gegensatz zu den meisten ihrer Kollegen, einen ersten Schritt zu einem integralen Verständnis der Märkte, das nicht mehr auf einer begrenzt technischen, ökonomischen, finanztheoretischen oder statistischen Perspektive angelegt ist. Dementsprechend umfassend wird auch ihre Ausarbeitung, die für viele monoton- analytisch-logisch konditionierte Individuen (linke Hirn-Hemisphäre) des modernen Gesellschaftsystems schwer nachvollziehbar ist.
Das Buch beginnt harmlos mit einigen persönlichen Handelsregeln, adaptive Indikatoren, Filtermethoden, Chartformationen, den Grundlagen der Statistik und der Elliott Wave Theorie und geht dann über zur Rahmenkonstruktion einer eigenen Forecastingmethode. Eine Reihe von Neuentwicklungen werden vorgestellt, die zur Verbesserung des Market Timings beitragen sollen (Synthetic Bars, Tick Volume Bars, Kase PeakOscillator). Zwar treten Kenntnismängel der Elliott Wave Theorie ans Tageslicht, Kase ist aber sichtlich bemüht, unterschiedliche, teils divergierende Ansätze zu kombinieren, um ihre Stärken zu einer eigenen Methode zusammenzufassen.
Fazit: Das Zusammenfügen von technischen Elementen(diversen Indikatoren), statistischen Gesetzmäßigkeiten, Volatilität, Monte Carlo Simulationen und Elliott Wave macht Kase zu einer Ausnahmeerscheinung in der Reihe von renommierten Autoren. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass sie in der modernen Tradingliteratur den Beginn eines integralen Verständnisses der Märkte markiert. Das macht sie auch für Finanzastrologen, fortgeschrittene Researcher von Gann, Elliott und Neowaver interessant. Wenngleich ihre Ausarbeitung noch nicht differenziert genug ist, um eine Revolution einzuleiten, es ist ein Trend der sich bei Bill Williams-Trading Chaos fortsetzt (z.B. MFI Indikator und Elliott Wave- auch wenn sein Buch ein harter Fehlschlag ist), in gewisser Weise auch bei Jurik, Jenkins, Gilmore und Meridian zu erkennen ist und weiter an Beliebtheit gewinnt.
Gehört noch immer zur Standartliteratur des Systemtradings. ****

Kaeppel, Jay - The Four Biggest Mistakes in Futures Trading Das Buch wird zu Recht häufig als Geschenk bei Zeitschriftenabos oder ähnlichem beigelegt. Erster Fehler laut Kaeppel: Kein Tradingplan, zweiter Fehler: Overtrading, dritter Fehler: mangelndes Risikomanagement, vierter Fehler: mangelnde Disziplin. *

Kaufman , Perry J. - Smarter Trading Kaufman ist technisch orientiert und zählt zu den respektieren Autoren in der Tradergemeinschaft der bereits seit den 70er Jahren diverse Artikeln veröffentlicht, wie beispielsweise im renommierten Journal of Futures Markets, Futures, Technical Analysis of Stocks and Commodities and Futures Industry. Eine Reihe von Büchern erschienen unter seinem Namen, darunter das sehr gute New Trading Systems & Methods 2005, A Short Course in Technical Trading 2004, Global Equity Investing 1997. Weitere Bücher die im John Wileys & Sons Verlag erschienen sind Trading Systems and Methods 1998, The New Commodity Trading systems and Methods 1987 The Concise Handbook of Futures Markets 1986, The Handbook of Futures Markets 1984, Technical Analysis in Commodities 1980, Commodity Trading Systems and Methods 1978.Point-and-Figure Commodity Trading Techniques, zählt meines Wissens nach zu den Erstwerken und erschien im Investors Intelligence 1975.
Smarter Trading erschien 1995 und gehört damit in die mittlere Entwicklungsphase des Autors. Die Einleitung beschäftigt sich mit einigen allgemeinen Problemen des Tradings wie Preisverteilung Market Noise usw. Kapitel 4 setzt sich speziell mit Risikomanagement auseinander, darunter Risk-Measurement, Korrelationsanalyse, Drawdowns, Risk of Ruin und Riskprotection-Strategien (z.B. Diversifikation). Der zweite Teil versucht Trading Strategien zu entwerfen und anhand von Backtests zu analysieren. Zu diesem Zweck experimentiert der Autor mit Profit Targets und Stop Loss Marken, um die Auswirkungen auf eine Tradingstrategie diskutieren zu können. Er zeichnet sich durch eine realistische und nüchterne Perspektive aus, die stets Vor- und Nachteile zu analysieren versucht, ohne dogmatische Voreingenommenheit. Weitere Themen sind einige Tradingtools wie Adaptive Gleitende Durchschnitte, Kapitel 9 gibt eine Einführung in Neurale Netze. Die Konstruktion einer robusten Tradingstrategie durch Optimierung und Vermeidung von Curve Fitting sind die Hauptthemen des dritten Abschnittes.
Der Autor bereichert uns zusätzlich mit vertiefenden Überlegungen zur Datenqualität der Testreihen die zu einer massiven Beeinflussung der Backtestingergebnisse führen können. Hier zeigt sich das besondere an Kaufman, nämlich sein Weitblick für Probleme die sich dem Systemtrader stellen, die zuvor meist nicht berücksichtigt werden, in der Realität aber sehr wohl die Tradingergebnisse stark beeinflussen. Kaufman bringt sehr viel praktische Erfahrung mit, die anderen Autoren fehlt. Dadurch ergibt sich zwar ein kompliziertes Gedankengewebe, zugleich jedoch auch ein umfassendes Gesamtbild für die Problematik des Systemtradings. Er kennt die Grenzen mathematischer Ansätze und er ist fair genug, dem Leser die rosa Brille von der Nase zu nehmen. Smater Trading zählt vielleicht zu den besten Einführungsbücher in das systemorientierte Denken. Die Ausarbeitung ist strukturiert und gut durchdacht, umfassend und dennoch komprimiert, leicht verständlich und noch ohne Spezialisierung. Kaufman ist ein ausgezeichneter Autor, seine Bücher sind professionell und haben einen festen Platz im oberen Segment der Tradingliteratur. Er liefert Fakten und vermittelt im Gegensatz zu Ehlers die Grundlagen des systemorientierten Tradings. Es gibt keine Floskeln oder Binsenweisheiten wie bei den ordinären Trading-Educatoren (z.B. Bernstein), kein Dogmatismus wie beispielsweise bei Ross (gegenüber dem Systemtrading). Er vertritt ein konservatives Image und nimmt dem systematischen Trading gegenüber eine realistische Perspektive ein, die häufig mit Skepsis durchmischt ist.
Damit bildet Kaufmann die Grundausstattung im Bücherregal von Systementwicklern. Er ist die erste Adresse für Einsteiger in das systemorientiete Trading. Obwohl er zu den alten Hasen im Geschäft zählt, hat sein Name jedoch nie große Berühmtheit erlangt. Bei Kaufman fehlt einfach die letzte Durchschlagskraft. Obwohl er viel Erfahrung und Hintergrundwissen einbringt, konnte er nie die Bekanntheit eines Larry Williams oder Ricky Cheungs in der Tradingindustrie erlangen. Es gibt kein berühmt gewordenes Tradingsystem das seinen Namen trägt, keine Schlagzeilen über außerordentliche Performance oder revolutionäre Entwicklungen. ****

Kim, Charles - Swift Trader (2000) Charles Kim ist Mitarbeiter (Trader Ausbilder) bei Swifttrade.com einer Direct Access Day Trading Firma in Kanada und dementsprechend rührt er auch die Werbetrommel, jedoch ohne dabei unangenehm zu werden. Ausführlich berichtet wird über Marginhandel, Orderrouting, Routingsysteme, ECNs und Vorteile eines Direct Access Day Trading DAD gegenüber dem konventionellen Online Day Trading. Level II und Time of Sales werden tiefgehend diskutiert, das Lesen von Level II zum triggern von Trades und die Tricks der Market Makers wie Headfakes oder Fading the Trend. Der Handel nach Level II ist eine Tradingmethode die viel Erfahrung, die gute Nerven, Disziplin, schnelles Auffassungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit über lange Zeiträume benötigt. Es ist eine interessante Art zu Traden und wer als Frau oder Mann der Tat mit analytischen Ansätzen, Charttechnik, Fundamentalanalyse, Finanzastrologie oder Systemtrading nichts anfangen kann, wird sich hier vielleicht wohler fühlen. Der Autor hat zweifelsfrei Ahnung von seinem Spezialgebiet Orderrouting und Level II. Sein Schreibstil ist typisch für einen praxisorientierten Trader, flott und ohne große Schnörkel. Es ist letztendlich ein Einsteigerbuch in die Tradingthematik mit Spezialisierung DAD, dass daher einige Zusatzinfos bieten, die in den anderen Standartbüchern zum Trading nicht enthalten sind. ***

Krausz, Robert - W.D. Gann Treasure Discovered Den ganzen Lebensunterhalt verzockt? Haus, Auto, Frau, Kinder und Hund sind weg? Kein Grund sich jetzt einzunässen, denn die Rettung naht. Krausz ist der Erleuchtete und bringt uns wieder auf den Pfad des Erfolges, mit einer außergewöhnlichen, geheimen, mysteriösen und überhaupt superdupa Entdeckung die er in den Gann Unterlagen entschlüsselt hat.
Es entspricht natürlich der Wahrheit dass Gann einen Swing Chart verwendet hat, die Konstruktionsanleitung dazu findet sich sogar in seinen offiziellen Büchern. Auch gibt es in seinen Unterlagen eine Anleitung zu einer Tradingmethode, die unter dem Namen Mechanical Stock Trading Method verkauft wurde und es ist sogar möglich, dass Gann selbst in ähnlicher Form ihre Handelsregeln befolgt hat. Doch die von Krausz präsentierte Methode ist auf keinen Fall ein „Gann Treasure“ noch ein zentraler Baustein der Gann Theorie, noch die geheime Handelsmethode die Gann kodiert hat. Es ist ein übersimplifizierter Trendfolgeansatz mit einfachsten Regeln, der Doppeltops und Doppeltiefs benutzt und Formationen ähnlich wie die 1-2-3 Tiefs, oder Hochs, wie wir sie in den Rossbüchern finden. (Man mag nun darüber streiten wer von wem kopiert hat, oder ob es lediglich zufällige Parallelen zwischen Gann, Ross und Krausz gibt.) Mit einem Renko Chart lässt sich die Methode mit einem Satz zusammenfassen: Kaufe bei einem weißen Brick, verkaufe bei einem roten Brick. Darvas lässt grüßen.
Es ist also eine Methode die nur während starken Trendbewegungen funktioniert und in längeren Seitwärsbewegungen hemmungslos Verluste einfährt. Doch das will uns der Autor nicht verraten, stattdessen sollen Dutzende von ihm ausgewählte Sonderfälle die Profitabilität der Methode beweisen. Ein seriöser Test würde jedoch über ein ganzes Portfolio (z.B. über alle Aktien des Dow Jones oder des S&P 500) und über einen Testzeitraum von mindesten 20 Jahren führen. Erst dann könnte man die Vor- und Nachteile der Methode und ihre Robustheit sinnvoll diskutieren. Fazit: Kommerziell aufgeblasene Darstellung einer einfachen Trendfolgemethode, die aus unterschiedlichen Gann Elementen (Swing Charts und Mechanical Stock Trading Method) zusammengebastelt wurde. Kein Treasure den man erst entschlüsseln muss. Wieder einmal wird der Namen W.D. Gann als Aufhänger dazu genutzt, um eine schwache Arbeit kommerziell auszuschlachten. **

LeBeau, Charles- Daytrading Systems & Method Im kurzgehaltenem Daytrading Systems & Methods führt Charles LeBeau elf sehr einfache, aber ausbaufähige Handelsideen an. Es finden sich darunter Pivotsignale, einfache Signale von RSI und Stochastik Divergenzen, Gaptrading usw. Als eigenständige Systeme jedoch zu wenig. Muss man nicht lesen. *

Landry, Dave - Landry Dave on Swing Trading Dave Landry stellt Tradingsetups im EOD Timeframe vor. Die einfach gehaltenen Strategien basieren auf charttechnischen Signalen wie GAPs, Range Breakouts, Retracements, einige Formationen die nur wenige Bars umfassen, kombiniert mit Indikatoren wie Ema Crossovers und ADX. Der Autor versucht den Stil von Jeff Cooper zu imitieren, die Beschreibung der Setups erfolgt sogar ganz nach demselben Schema. Der Vorteil liegt darin, dass klar definierte und komprimierte Regeln vorliegen, der Nachteil sind teilweise Pseudo Trading Setups die, ohne Backtests wenig Wert für professionelles Trading besitzen. Es gibt aber auch Ansätze zum systematischen Trading, diverse Systeme werden vorgestellt wie Oszillator Swing Trading System, Trin Reversal, CVR3 mit einem Tradestation Performance Report und Backtesting Kennzahlen. Das Standard Psychologiegeplapper (work hard, think positive) am Ende darf man wieder überblättern. Das Buch ist einfach und salopp dahin geschrieben ohne tiefsinnige Gedanken vortäuschen zu wollen.
Fazit: Einfaches Buch über Tradingsetups, eine Mischung aus Raschke und Cooper, wer mit dem Stil etwas anfangen kann, wird nicht enttäuscht sein. Kein ausgearbeiteter Tradingplan, benötigt eigenständige Weiterentwicklung der Handelsideen. http://www.davelandry.com/ ***

Lo, Andrew & MacKinlay, Craig A Non-Random Walk Down Wallstreet 1999 Eine weitere Auffrischung des ewigen akademischen Disputes gefällig? Lo und MacKinlay liefern mit A Non-Random Walk Down Wallstreet keine belanglose Wiederholung des bereits bekannten Stoffes. Mit Einfallsreichtum und neuen Testmethoden führen Sie einen 400 Seiten starker Angriff auf die klassische Lehrmeinung. 10 Jahre intensive Research Arbeit gehen dem Buch voraus. Ausgangspunkt der Diskussion ist die zu Beginn der 80er Jahre unangreifbare Random Walk Doktrin über die Natur der Marktbewegungen, nicht zuletzt aufgrund der Arbeiten von Cowles and Jones (1973), Kendall(1953), Osborne (1959, 1962), Roberts (1959, 1967),Larson (1960), Cowles (1960), Working (1960), Alexander (1961, 1964),Granger and Morgenstern (1963), Mandelbrot (1963), Fama (1965), Fama und Blume (1966)). Das Gegengewicht zur klassischen Lehrmeinungen bildeten die Arbeiten von Osborne(1962), Larson (1960), Cootner (1962), Steiger (1964), Niederhoffer und Osborne (1966), Schwartz und Whitcomb (1977), die in der akademischen Gemeinde jedoch wenig Anklang gefunden haben. Erst die Fortschritte in der Informationsverarbeitung ermöglichten die Analyse umfangreicher Datenreihen (Tickdaten) durch komplexe Analysemethoden und führten zu teilweise vernichtende Attacken auf die Radom Walk Hypothese. Mit Lo und MacKinlay schwenkt das Pendel einmal mehr in Richtung Kritiker. Die Autoren arbeiten mit einigen Testverfahren, abseits der Mainstream Analyseansätze und nähern sich aus vielen verschiedenen Richtungen. Grundlagen der Finanzmathematik und Statistik werden vorausgesetzt, um den fortgeschrittenen Testmethoden folgen zu können. Es ist nicht der letzte Schlag, dennoch sind die Autoren der Ansicht, die vorgebrachten Argumente seien ausreichend, um zu zeigen, dass die Finanzmärkte bis zu einem gewissen Grad Spielraum für Prognosen erlauben. Und das dieser sogar als eine Art Schmiermittel des Kapitalismus notwendig sei, um die Dynamiken der Preisspekulationen aufrechtzuerhalten. Sie kommen zu dem Schluss: “That stock-market prices contain predictable components is now a well established fact… Our results show that predictable components are indeed present in the stock market, and that sophisticated forecasting models based on measures of economic conditions do have predictive power.” (S. 283-284)
Fazit: Ausgesprochen umfangreiche und hochtheoretische Arbeit über Radom Walk. Das Ergebnis ist für Systementwickler und Systemtrader als auch für Forecaster (Elliott Wave oder Gann-Theorie) und vor allem für Zyklustheoretiker von Interesse. Fortgeschrittene Systementwickler nutzen einige Erkenntnisse direkt für neue Systemansätze. Derzeit vielleicht eines der besten Bücher zu dem Thema. ****

McDonald, Michael – Predict Market Swings with Technical Analysis (2002)
Knapp die Hälfte des Buches dreht sich um ein Stock Price Model für Dummies, Kapitel 4 Einführung in die technische Analyse ist ein Witz. Man ahnt es, auch zu Gann und zur Elliott Wave Theorie (mit Horror Fehlcounts z.B. S 130) müssen unprofessionelle Bemerkungen kommen. Besser sind die Ausführungen zum Contrary Thinking, Sentiment Indikatoren (wie PutCall) und Vix. Einige Handelssysteme werden kurz angeschnitten. Alles in Allem aber ein sehr schwaches Einführungsbuch ins Trading das dem Wiley Verlag nicht würdig ist. Kein Handelsplan, keine brauchbare Strategie oder Methode für Swingtrader.
Fazit: Ab in den Ofen zusammen mit Elder, Master Swing Trader und dem ganzen anderen Schrott der Trading Ausbilder. *

Murphy, John J.- Technische Analyse der Finanzmärkte Technische Analyse der Finanzmärkte von John J. Murphy kann mit gutem Recht als die "Bibel" für Charttechniker bezeichnet werden. Es werden die gängigsten Chartformationen und Indikatoren beschrieben, aber auch Point & Figure Charting, Candlesticks, Trendverhalten, Dow Theorie, sogar Moneymanagement und Elliott Wave Theorie kommen zur Sprache. Sehr übersichtlich, guter Stil, professionell. Man erkennt, dass der Autor Erfahrung hat. Das Buch sollte jeder Trader einmal durchgeblättert haben, egal ob Day- Swing- oder Systemtrader, bietet es doch das Grundwissendes charttechnisch orientierten Tradings. ****

Merril, Arthur A.l - Filtered Waves (1977) Ein weiterer Systematisierungsversuch der Elliott Wave Theorie, also die Konstruktion einer mechanische Handelsmethode auf Basis der Wellentheorie. Das Grundgerüst ist die Wellenklassifikation anhand der Amplitude. Die seitenlangen Beschreibungen des Autors wie man die Filtered Waves konstruiert, entsprechen im Grunde den Konstruktionsbeschreibungen eines Renko Charts. Der Autor versucht in weiterer Folge zu ermitteln, welche prozentuellen Marktschwünge man aufgrund der Kurshistory erwarten kann. Ausführlich wird das Ganze anhand des Dow Jones durchgerechnet.
Im Grunde wieder eine Renko Long(weißer Brick), Short (roter Brick) Methode, ähnlich wie sie Krausz in Gann Swing Plan präsentiert, jedoch kombiniert mit einigen statistischen Überlegungen. Als Handelsmethode in dieser Form noch nicht brauchbar. *

Mendelsohn, Louis - Trend Forecasting with Technical Analysis Die drei Bücher von Mendelsohn Trend Forecasting with Intermarket Analysis: Predicting Global Markets with Technical Analysis, Forex Trading Using Intermarket Analysis, Trend Forecasting with Technical Analysis richten sich an Tradingeinsteiger. Mendelsohn muss nicht gelesen werden, es gibt zu allen Themenbereichen die seine drei Bücher abdecken, bessere Substitute, *

Millard, Brian J. - Channels & Cycles - A Tribute to JM Hurst Der Autor beschreibt darin die Channelkonstruktionsmethode zur Zyklusanalyse von J.M. Hurst, basierend auf dem Buch The Profit Magic of Stock Transaction Timing. Die Einleitung bringt die Hurst bekannten Themen Risikomanagement und die Vorteile von Short Term Trading gegenüber buy and hold. Kapitel 3 Preisverteilung muss Ausgangspunkt jeder Theorie zur Kursprognose sein, gestaltet sich aber als zu oberflächlich. Das Kapitel ist nicht besonders informativ, der Autor scheint ein mangelhaftes oder sogar falsches Verständnis von Radom walk zu besitzen. Falsche Argumentation führt ihn zu dem Schluss 50% der Kursverläufe seien nicht zufälliger Natur. Kapitel 4 Grundlagen der Wellenmechanik (Addition von Schwingungen) legt die Grundlagen der Zyklusanalyse. Der Ausgangspunkt der Überlegung ist, dass der gesamte Kursverlauf die Summe einzelner Zyklen darstellt. Gelänge es, die einzelnen Zyklen herauszufiltern, so wäre eine exakte Prognose der zukünftigen Trendbewegung möglich. Die Channelkonstruktion stellt den Versuch da, die Kursbewegung in ihre einzelnen Zyklen zu zerlegen, um dadurch eine zukünftige Prognose der Datenreihe zu ermöglichen. Je mehr Channels konstruiert werden, desto exakter sei die zukünftige Prognose möglich. Wenn es darüberhinaus gelänge das Market Noise zu filtern, müsse die rein zyklische Bewegung übrig bleiben. Der ideale Kaufpunkt (mit der größten Wahrscheinlichkeit auf Erfolg) liegt dort, wo mehrere überlagernde Zyklen ihren Tiefpunkt besitzen.
Hurst wird häufig als Genius verehrt (womöglich aufgrund seiner Namensverwandtschaft mit dem britischen Wissenschaftler H.E. Hurst, der unter anderem bedeutende Grundlagen zur Fraktalen Marktanalyse von Edgar Peters geliefert hat), seine Methode ist jedoch mathematisch unausgereift. Das Buch von Millard ist sauber gearbeitet, vermittelt jedoch eine antiquierte Form der Zyklusanalyse, die mit State of the Art Entwicklungen von Ehlers nicht mehr mithalten kann. Man muss dem Autor zu gute halten, dass er Hurst nicht überbewertet. Millard ist fair genug die Limitationen der Channelmethode einzugestehen, er beschreibt auch die Nachteile und Schwächen des Analyseansatzes. ***

Müller, Georg – Daytrading Müller liefert ein typisches Einsteigerbuch für Trader. Themen sind notwendige psychologische Voraussetzungen wie Geduld und Disziplin, technische Ausstattung, grundlegende Überlegungen zu Brokerwahl, Software, Mindestkontogröße, Kommissionen, Marginhandel, Orderrouting, Level II, Orderarten. Das Kapitel Grundlagen der Charttechnik zeigt einige Formationen und Indikatoren. Das Buch ist sehr einfach gehalten und richtet sich an absolute Neulinge. Auch ein Kapitel Risiko- und Moneymanagement übersteigt einfachste Gedankengänge nicht. Fazit: Typisches Einsteigerbuch für Daytrader, bietet einige allgemeine Informationen zum Thema. Die Ausarbeitung befindet sich im Mittelfeld vergleichbarer Werke. **

Murphy, John - Intermarket Technical Analysis (1991) Nach Technische Analyse der Finanzmärkte liefert Murphy mit Intermarket Technical Analysis die nächste Bibel für Charttechniker und Forecaster. Kein Markt bewegt sich isoliert von anderen und häufig lassen sich Trendwenden bereits frühzeitig anhand korrelierender Märkte aufspüren. Damit kann die Intermarket Analyse wesentlich zur Verbesserung der Prognosequalität beitragen. Das Buch ist gut strukturiert, leicht verständlich und vollgepackt mit wertvollen Informationen. Murphy zählt zu den besten Autoren, sein Stil ist professionell und seine langjähre Erfahrung als Charttechniker ist außergewöhnlich. Fazit: Must Read für Charttechniker und Forecaster. Auch Systementwickler finden hier interessante Ideen für Handelsansätze. ****

Nauzer J. - Money Management Strategies for Futures Traders Nauzer muss sich mit den großartigen Büchern von Vince und van Tharp messen. Es gelingt ihm zwar nicht, ihre Arbeiten zu übertreffen, dennoch ist sein Buch ist gut gelungen. Die wichtigsten Themen sind mit dabei: Dynamics of Ruin, Diversification, Fixed Fraction, Optimal f usw. Fazit: Einfach und praxisorientiert, die Grundlagen des Moneymanagements werden offenlegt. Fortgeschrittene Systemtrader greifen zu den vertiefenden Werken von Vince. ***

Nison, Steve- Japanese Candlestick Charting Techniques Ein sehr umfangreiches Buch, nicht nur über Candlesticks, sondern auch über allgemeine Charttechnik. Bis Seite 160 werden die einzelnen Chaldestickformationen peinlichst genau beschrieben, danach folgt die Anwendung und Kombinatination mit anderen charttechnischen Werkzeugen. Diese reichen von Trendlinien über Retracements, Indikatoren, bis hin zu Elliott Wave. Für Tradestationbesitzer auch interessant ist das Kapitel über Market Profile, gibt es zu diesem Thema doch relativ wenig gute Literatur. Gut gelungen ist die Zusammenfassung der einzelnen Muster. Das Buch vermittelt die Kunst, einen Chart zu lesen. Pflichtlektüre für Charttechniker ****

Oz, Tony - The Stock Trader Das Buch startet von Grund auf, erklärt Barcharts und tradingspezifische Begriffe. Oz beschreibt 20 Tage lang detailliert seinen Intradayhandel anhand realer Tradingbeispiele. Zu seinen Tätigkeiten zählen das erstellen einer Watchlist, Aktienscreening, Entries, Stops, Exits und diverse Gedankengänge im Tageshandel. Seine Tradingstrategien sind einfache Setups basierend auf charttechnischen Elementen wie Breakouts, Triangels, Unterstützungen und Widerstände. Oz verfolgt jedoch eine subjektive Herangehensweise die teilweise planlos wirkt und nicht als Lehrbeispiel eines Tradingplans gelten kann. Fazit: Trading for Dummies. Relativ nutzlose Einsichten in den chaotischen Aktienhandel eines Möchtegern Traders. *

Pruitt, George & Hill, John – Building Winning Trading Systems Ein weiterer Bauernfänger unter den Trading- Büchern; was haben sich die Herren von Futures Truth nur dabei gedacht? Die Erklärungen zu Easylanguage sind im kostenlosen "Easylanguage Reference Guide" besser, die Anleitungen im Umgang mit der Ts fehl am Platz. Von dem Kapitel, in dem die Systeme vorgestellt werden, hätte ich mir mehr erwartet, einige veralteter Ansätze mit Bollingerbänder machen noch kein Buch über "Winning Tradingsystems". Endlose Seiten mit Syntax wären besser auf einer CD aufgehoben und ein sinnloses Kapitel über Optionen erfüllen den Zweck der Seitenfüllung. Positiv die Interviews am Ende des Buches, hier finden sich wirklich die großen Namen ein, wenngleich diese hier mehr Werbung für ihre eigenen Systeme machen, als Erfahrungen preis zu geben. Fazit: Nur für Anfänger, "Winning Systems" sucht man vergebens. **

Person, John L. - A Complete Guide to Technical Trading Tactics Person liefert eine brauchbare Einführung in das charttechnisch orientierte Trading. Nach einer etwas langatmigen Einleitung mit Infos zum elektronischen Trading und diversen ökonomischen Indikatoren, geht’s erst nach etwa 50 Seiten zur den Grundlagen technischen Analyse. Mit Erklärungen zu den diverse Chartarten(Barchart, Candlestick), Volumen, Open Interest, Chartformationen, Trendlinien, Indikatoren. Die im Title versprochenen Tradingtactics beschränken sich eigentlich auf das klassische Pivot Point System. Person bleibt auf einem subjektiven Level und liefert keine Backtests.
Fazit: Ein recht sympathischer Autor ohne große Star Allüren, der fundierte Informationen für Tradingeinsteiger bietet. Das Buch befindet sich gemessen am Einsteigerniveau im guten Mittelfeld, ist vergleichbar mit Elder - Come Into My Trading Room, Farley – The Master Swing Trader und Deel, Robert - The Strategic Electronic Day Trader. **

Peters, Edgar – Fractal Market Analysis Fraktal Market Analysis ist ein Buch, dass an dieser Stelle eine genauere Besprechung verdient, da es zahlreiche Trading relevante Bereiche tangiert (Die Erkenntnisse sind für Charttechniker, Zyklusanalysten, Systementwickler, Gann und Elliott Wave Theoretiker von grundlegender Bedeutung), als auch aus Sicht der Wissenschaften unter dem Neuen Paradigma (Neue Physik, Neue Biologie, Integrale Studien) ein Kernproblem behandelt. Peters stellt zur Diskussion, warum fraktale Strukturen in der Natur auftreten und erörtert die alte philosophische Frage, ob das Universum zufällig oder determiniert sei. Die Vorstellung vom streng mechanischen und deterministischen Universum erreichte im 19ten Jahrhundert seinen Höhepunkt. Man dachte sich mit der newtonschen Mechanik und dem laplaschen Determinismus in greifbarer Nähe, sämtliche Prozesse des Universums vorhersagen zu können, wenn alle Ausgangsvariablen erst einmal bekannt wären. Die wichtigsten Entdeckungen in der Physik seien bereits gemacht worden, es gehe nur noch darum, die Dezimalstellen der einzelnen Variablen zu präzisieren. Zu den wissenschaftlichen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts die das newton-mechanische Verständnis vom Kosmos ablösten, zählten die Thermodynamik, die Entdeckung nichtlineare Systeme und dissipativer Strukturen und der Indeterminismus der Quantentheorie (Heisenbergsche Unschärferelation, Ort und Impuls eines Teilchens können nicht zugleich exakt vorhergesagt werden, sondern nur Wahrscheinlichkeitsaussagen getroffen werden).
Peters vertritt, dass beide Moden koexistieren, das Universum habe sowohl einen zufälligen Charakter, der für Kreativität und Innovation sorgt, als auch stabile deterministische Züge. (eine Ansicht, die auch in den Wissenschaften unter den Neuen Paradigma häufig zutage tritt, z.B. - Biophotonentheorie Bischof- Licht in unseren Zellen) Lokal betrachtet, so Peters, seien Prozesse meist zufällig, global betrachtet, determiniert. West und Goldberger (Physiology in Fractal Dimensions 1987) haben in ihren Arbeiten postuliert, das fraktale Strukturen stabiler sind und sich auf äußere Schocks besser anpassen können. Peters zieht den Schluss zu den Märkten: Ihre fraktale Natur sei Grundvoraussetzung für ihre Stabilität, erst Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Anlagehorizont und Risikoparameter ermöglichen einen Handel der immer wieder zu Gleichgewichten tendiert.
Zur Erklärung Fraktaler Strukturen bringt Peters das Sierpinski Dreieck und seine Konstruktion durch das „Radom Game“ das zugleich ein Beispiel für die lokale Zufälligkeit und globale Determination eines Prozesses/ Systems darstellt. Auch hier bringt er die Analogie zu den Märkten: Markets may be locally random, but they have a global statistical structure that is nonrandom. S12).
Kapitel 2 Failure of the Gaussian Hypothesis beschäftigt sich mit den Grenzen der Gausschen Glockenkurve als idealisierte Form der Preisverteilung. Die Gleichsetzung von Finanzspekulationen mit Casino Gambling geht auf die Random Walk und Markt Effizienz Hypothesen (Efficient Market Hypothesis EMH) zurück, wodurch es unmöglich sei, aufgrund der Kurshistorie zukünftige Marktbewegungen zu prognostizieren. Sämtliche Versuche der Kursprognose, darunter auch hochentwickelte Makettiming Modelle, seien von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie gelten seither als generell unseriös und werden nicht selten mit Scharlatanerie gleichgesetzt. Investmentprogramme seien gleichzusetzen mit Gambling, egal welcher Anlagehorizont vorherrscht. Arbeiten wie beispielsweise von Bachelier (1900) oder später Markowitz (1952,1959) und diverse naturwissenschaftliche Beobachtungen von Prozessen auf Zufallsbasis der Brownschen Bewegung, die auf die Natur der Kursbewegungen übertragen wurden, verhalfen der Random Walk Theorie zu ihrer endgültigen Verfestigung in der akademischen Gemeinde. Zudem ist es eine bequeme Lösung, die gut in das damalige naturwissenschaftliche Weltbild passte und den bereits bestehenden Apparat statistischer Analysemethoden den Wirtschaftswissenschaften für Kursreihenuntersuchungen anwendbar machte.
Bachelier, L. “ Theory of Speculation,” in P. Cootner ed., The Random Character of Stock Market Prices. Cambridge, MA: M.I.T. Press, 1964 (Original 1900) Markowitz, H. M. „Portfolio Selection,“ Journal of Finance 7, 1952. Markowitz, H. M. Portfolio Selection: Efficient Diversification of Investments. New York: John Wiley & Sons, 1959
Peters greift dieses Dogma an. Die Efficient Market Hypothese (EMH) sei falsch, unter anderem aufgrund der Nichtbeachtung der unterschiedlichen Anlagehorizonte der Markteilnehmer. Der Autor bringt in Kapitel 2 Preisverteilungsuntersuchungen anhand der Kursdaten des Dow Jones von 1888 bis 1991 und anderer Märkte die nicht der zu erwartenden Normalverteilung (mit gausschen Glockenkurve) der Random Walk Theorie entsprechen. Seine Schlussfolgerungen: Die tatsächlichen Risiken eines Investors seien größer, als sie das Standartmodell prognostiziert: The risk of a large event’s occurring is much higher than the normal distribution implies (S.26) und Langzeitinvestoren können mehr Profit pro Risikoeinheit erwarten, als kurzfristig orientierte Trader: This means that long-term investors are rewarded more, per unit of risk, than are short-term investors. (s30)
Peters bietet als Alternative zur Efficient Market Hypothese (EMH) seine Fractal Market Hypothesis (FMH). Um seine Hypothese zu untermauern, stellt er die (R/S) Analyse (Rescaled Range Analysis) vor. Sie geht auf den britischen Hydrologen H.E. Hurst (1951) zurück, der die Zufälligkeit der Nilstände auf Basis der Brownschen Bewegung (Distanz die ein Partikel zurücklegt entspricht der Quadratwurzel der Zeit) zu überprüfen versuchte, jedoch schnell erkannte, dass die Überflutungen nicht voneinander unabhängig waren. Er vermutete einen Long Memory Effekt. Darauf folgende Untersuchungen von Aufzeichnungen anderer Flüsse, Regenfall, Baumringen, Sunspots, Temperaturen brachten dieselben Ergebnisse (Hurst – The Long-Term Storage Capacity of Reservoirs. 1995)
Kapitel 4 und 5 erklären die Grünanlagen der Rescaled Range (R/S) Analysis und diskutieren praktische Testreihen. (Eine gute Definition der Rescaled Range (R/S) Analysis findet sich im Netz: The analysis developed by H.E. Hurst to determine long-memory effects and fractional Brownian motion. Rescaled range analysis measures how the distance covered by a particle increases as we look at longer and longer time scales. For Brownian motion, the distance covered increases with the square root of time. A series which increases at a different rate is not random. Quelle: http://financial-dictionary.thefreedictionary.com/Rescaled+Range+(R%2FS)+Analysis )
Die (R/S) Analyse ermöglicht also Kursuntersuchungen auf Abhängigkeit der einzelnen Datenpunkte zueinander (z.B. monthly Return). 0.5Besonders interessant ist Kapitel 6 Anwendung der (R/S) Analyse zum Auffinden von Zyklen, speziell von nichtperiodischen Zyklen (nonperiodic cycles with average frequency). Hurst 1951 hat als erster darauf hingewiesen, dass (R/S) Analyse eine zu Grunde liegende Schwingung aufdecken kann (R/S Wert erreicht Höchstwert nach einem Zyklus). Hier können in Kombination mit nichtkausalen Filtertechniken von Ehlers die Grundlagen zu einer State of the Art Zyklusanalyse geschaffen werden. In weiterer Folge werden praktische Anwendungsmöglichkeiten der (R/S) Analyse zur Zyklusanalyse vorgestellt. Die Testreihe für den Dow Jones ergibt für 20 Tage Returns bei n=52 (1000 Trading Days = ca. 4 Jahres Zyklus) ein positives Ergebnis. Wenn tatsächlich ein nichtperiodischer Zyklus (mit durchschnittliche Schwingungsdauer) vorliegt, muss das Untersuchungsergebnis von der Datenauflösung unabhängig sein, tatsächlich deckt die (R/S) Analyse für 5 Day Returns einen ähnlichen Zyklus auf.
Es ergibt sich ein signifikanter Unterschied zu Radom Walk. Es zeigt sich, dass die klassischen Modelle der Finanztheorie, die auf der EMH und Radom walk beruhen, eine starke Vereinfachung der Realität darstellen. Zufälligkeit wird unterstellt, um die Komplexität der Realität zu vereinfachen. Sie dienen dazu ein vereinfachtes Verständnis von der Natur der Marktbewegungen entwickeln zu können und bieten den Vorteil eine ganze Palette von vorhandenen statistischen Methoden anwendbar zu machen. Zwar können nun Modelle auf mathematische Weise beschrieben und fixiert werden, bei näherer Betrachtung wird aber offensichtlich, dass wir die Märkte dadurch nicht gänzlich verstehen können und die Wirklichkeit nur auf hohem Abstraktionsniveau beschreiben.
Dem Autor zufolge seien die Limitationen der EMH auf die Nichtdifferenzierung zwischen Short Term und Long Term Spekulationen zurückzuführen. Eine Schwäche des Buches ist es zu erklären, warum die Finanzmärkte fraktale Strukturen aufweisen, die Argumentationskette des Autors ist nicht sehr überzeugend. (Die Fraktale Struktur der Finanzmärkte, muss, wenn sie tatsächlich existiert, zugleich eine grundlegende Struktur der gesamten Raum-Zeit Struktur darstellen und direkt mit den Naturgesetzen des Universums in Verbindung stehen.) Seine Fractal Market Hypothesis baut auf dem unterschiedlichen Anlagehorizont der Marktteilnehmer auf. Die vielen unterschiedlichen Anlagehorizonte seien für die Stabilität der Märkte verantwortlich: „The market is stable when it consists of investors covering a large number of investment horizonts. This ensures that there is liquidity for traders.“(S.49). Instabilität (extrem hohe Volatilität) tritt ein, wenn Langzeitinvestoren ihr Vertrauen in das bessere risk/reward für Long Term Investments verlieren und entweder nicht mehr am Marktgeschehen partizipieren oder selbst in den Short Term Timeframe wechseln und nun kurzfristige Trades eingehen. „The key is that the FMH says the market is stable when it has no characteristic time scale or investment horizon. Instability occurs when the market loses its fractal structure and assumes a fairly uniform investment horizon.” (S.50). Durch externe Schocks (z.B. Kennedy Attentat, Terror Anschläge) oder durch Skepsis den der Realwirtschaftswachstums gegenüber, switchen Langzeitinvestoren in Short Term Frame, die Nachfrage stockt, die Märkte gehen über in den freien Fall und manifestieren panikartige Abverkäufe: „…when the investment horizont becomes uniform, the market goes into „free fall.“(S.47)
Damit steht Peters auf dünnem Eis. Es ist fraglich inwieweit Langzeitinvestoren ihren Anlagehorizont aufgrund von Informationsschocks wechseln, man muss davon ausgehen, dass zumindest Teile von ihnen lediglich die Langzeitrichtung switchen (auf Short drehen), nicht jedoch ihren Anlagehorizont (Timeframe). Ebenso wie Daytrader bei externen Schocks nicht ihre Rechner zum Fenster hinauswerfen und nun tranceartig Buy & Hold praktizieren, ist es unwahrscheinlich, dass Fondsmanager und Portolfioverwalter spontan Markowitz verbrennen und ihre gesamte Investitionsstrategie wechseln. Überhaupt könnten die Wizards und Global Player mit ihren Volumina im Short Term Timeframe ihre Portfolios gar nicht bewegen, ohne die Märkte massiv zu beeinflussen. Die Nachfrage ändert sich nicht, weil die Akteure ihre Zeitfenster switchen, sondern weil keiner der Akteure in seinem spezifischen Zeitfenster mehr Nachfrage stellt. Warum das so ist, kann die Fraktale Markthypothese aber nicht erklären.
Während Riskmanagement und die moderne Portfoliotheorie (die mit Radom Walk womöglich zu großen Teilen auf falschen Prämissen aufbaut, bzw. nur idealisierte Spezialfälle behandelt) boomt, hat sich in der Grundlagenforschung in den letzten Jahrzehnten wenig getan. Peters hat definitiv Schwächen und wird dafür auch häufig kritisiert (seine mathematischen Analyseverfahren sind zu eindimensional, es gibt Fehlinformationen und Fehlschlüsse), trotzdem zählt er derzeit auf seinem Spezialgebiet zu den führenden Köpfen.
Fazit: Fractal Market Analysis kann als Fortsetzung von Chaos and Order in the Capital Markets (Peters 1991) angesehen werden und versucht die (R/S) Analyse praktisch anwendbarer zu machen. Es ist ein faszinierendes Thema und ein fesselndes Buch und zählt vielleicht sogar zu den Schlüsselwerken, die zu einem integral orientierten Verständnis der Märkte beitragen könnten. Wertvoll für alle, die an der akademischen Grundlagendiskussion über die Natur der Marktbewegungen und Radom walk Interesse haben. Die Erkenntnisse haben direkte Auswirkungen für Systementwickler und Market Forecaster, als auch Riskmanager. *****
Überlegungen am Rande Chaostheorie und fraktale Strukturen haben zwar einen Boom erlebt, doch wie auch Peters zugesteht, die Naturwissenschaft hat Probleme, sie zu verstehen oder überhaupt exakt zu definieren. Zudem widersprechen sie sowohl unserer Alltagswahrnehmung als auch dem gewohnten abendländischen Denken. Auch die Fraktale Markt Hypothese (FMH) scheint unserem klassischen Weltbild zu widersprechen und lässt sich noch schwer in die wissenschaftliche Perspektive vom Universum einfügen. Dennoch zeigt sich, dass es derzeit in den naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Entdeckungen gewisse Parallelen gibt. Einige Integrale Theoretiker gehen davon aus, dass wir vor einem bedeutsamen Paradigmenwechsel stehen. (Kuhn hat viel dazu beigetragen, die unterschiedlichen Phasen vor einem Paradigma wechseln in den Wissenschaften aufzuklären. (Kuhn, Thomas – Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen)
Wir beginnen langsam zu begreifen, dass sowohl die Finanzmärkte als auch natürliche Systeme nicht bloße Zufallsprozesse abbilden, sondern den Dingen eine Ordnung zugrundeliegt. Ervin Laszo diskutiert in seinen Büchern die mögliche Existenz eines fünften Feldes, das als eine Art Informationsfeld regulierend wirkt. Der Biologe Sheldrake wurde für seine Theorie der morphogenetischen Felder berühmt, die als evolutionäre Rillen und natürliches Gedächtnis bei der Ausgestaltung von organischen Systemen eine bedeutsame Rolle spielen. Ein solches Biofeld wurde bereits von Tshislenko (1981) vermutet, der in seiner Forschung über die Morphologie der Fauna und Flora entdeckte, dass Größe und Gewicht von Tieren und Pflanzen nicht normalverteilt sind, sondern spezielle Werte auf einer logarithmisch geeichten Skala bevorzugen. Seine Arbeit schließt die Untersuchung zigtausender Säugetiere, Kriechtiere, Insekten, Vogelarten usw. mit ein. Tshislenk entdeckte die diskrete logarithmische Verteilung bevorzugter Körpergrößen verschiedener Organismen. Wir wissen heute, dass dieselbe Gesetzmäßigkeit nicht nur für biotische Systeme Gültigkeit besitzt, sondern auch Elementarteilchen und selbst Planeten nur ausgewählte Massenwerte auf einer logarithmisch geeichten Skala einnehmen. Oleg M. Kalinin veröffentlichte 1981 eine Arbeit, in der er sich mit den Übereinstimmungen im Aufbau der DNA, des Periodensystems und des Sonnensystems beschäftigte. Der russische Forscher Nikolay Alexandrovich Kosyrev stieß bei seinen astronomischen Untersuchungen auf ähnliche Ungereimtheiten, die sich nicht in das Standartmodell einfügen ließen. Kosyrev beschäftigte sich spezielle mit den Eigenschaften der Zeit (Feinstruktur der Zeit und Theorie über Zeitwellen und unterschiedliche Dichtegrade) seine Forschung wurde daraufhin bald von der russischen Regierung eingestellt. Zusammen mit Nasorov vertrat er die Hypothese, es müsse eine gemeinsame Ursache für die Ausgestaltung der Ordnung auf der Makroebene (z.B. von Galaxien) geben. Der Biophysiker S.E. Shnoll wurde in seinen Arbeit auf ein Zeit Phänomen aufmerksam, dass bis heute Rätsel aufgibt und sich nicht in das Gebäude der Physik einfügen lässt. Die 25 Jahre dauernden Experimentalreihen seines Forscherteams umfassten unterschiedliche Prozesse (Reaktionsgeschwindigkeit biochemischer Systeme, radioaktive Zerfallsprozesse) und zeigten, dass die Feinstruktur der zeitgleich gemessenen Geschwindigkeits-Histogramme von völlig verschiedenen und voneinander unabhängigen Prozessen, eine große Ähnlichkeit aufwiesen. Als mögliche Erklärungen bezog Shnoll die Möglichkeit mit ein, dass eine Veränderung der Raum-Zeit Struktur dafür verantwortlich sein könnte. Es gibt heute eine ganze Rehe von alternativen Gravitations- und Zeittheorien, die Harmonie und Synchronphänomene zu erklären versuchen, darunter die Theorien von Burckhard Heim, Jack Saraffati, oder William Tiller, Geoffry Chew (Bootstrap-Theorie). Der deutsche Physiker Harmut Müller postuliert die Existenz einer global stehenden Vakuumkompressionswelle als Ursache der Harmoniegesetze.
Die moderne Physik hat mit dem Standartmodell (Lambda-CDM-Modell) große Probleme Gravitationsphänomene zu erklären, so sind 90% der Materie bisher nicht nachweisbar (73% Dunkle Energie und 23% Dunkle Materie). Astrophysikalische Messungen, das Gelsenkirchener Experiment und andere Ungereimtheiten bringen das Standartgravitationsmodell unter Druck. Zudem ist es bisher nicht gelungen Relativitätstheorie (Makroebene) und Quantentheorie(Mikro) in einem ganzheitlichen Modell (z.B. Quantengravitation) zu vereinigen. Verzweifelte Suche nach dem Higgs Teilchen (Cern Teilchenbeschleuniger) als eine letzte milliardenschwere Hoffnung der Atomphysik. Zu den interessantesten Ansätzen, die die Paradoxien der Physik lösen wollen, zählt die Theorie der Implizierten Ordnung des einstigen Einstein Schülers David Bohm, die einen Versuch in Richtung holistisches Weltbild darstellt. Bohms Modell stellt das Universum als ein fließendes Ganzes dar, das sich in einer ständigen Dynamik befindet, die er als Holomovement bezeichnet. Seine Theorie stellt die Welt als eine ungebrochene und zusammenhängende Einheit dar, die sich in ständiger Bewegung befindet. Sie ist Inspirationsquelle für zahlreiche Forscher, die sich heute, ermöglicht durch die Entwicklungen der Holographie(Herman Haken), mit der Theorie des holographischen Weltbildes auseinandersetzten, wonach jeder Teil die Information des Ganzen besitzt. Der Neurobiologe Pribram entwickelte sein berühmtes Modell des holographischen Gehirns, wonach Informationen nicht lokal, sondern über das gesamte Gehirn abgespeichert werden (Pribram, Karl– Languages of the Bain, Brain Mechanisms and Intelligence). Wesentliche Aspekte von Hirnfunktionen beruhen demnach auf holographischen Prinzipien. Die Forschung der Biophotonentheorie geht sogar soweit, dass DNA und RNA Moleküle ein laseraktives Medium sind, die optische Hologramme erzeugen (Popp, Bischof). Die Laser-Hologramme im ultravioletten Frequenzbereich stehen in Resonanz mit dem morphogenetischen Hintergrundfeld. Popp, der zu Beginn wie viele Pioniere von seinen Kollegen verspottet wurde, unterhält heute ein internationales Forscherteam, das rasche Fortschritte erzielt.
Eine Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen Forschungsfelder ist, dass fraktale Strukturen und Schwingungsprozesse eine große Rolle spielen. Skaleninvarianz ist ein wesentliches Merkmal fraktaler Strukturen und man darf spekulieren, dass die gesamte Natur im logarithmischen (skaleninvarianten) Raum auf Basis der eulerischen Wellengleichung arbeitet, und selbst die menschlichen Sinnesorgane darauf geeicht sind. (Das Gehört verarbeitet 10 Oktaven von 16Hz bis 16.000 Hz, das Auge Licht mit der Wellenlänge von 350nm bis 700nm. Fechner entdeckte, dass die mentale Wahrnehmung variiert als der Logarithmus des materiellen Stimulus S= K log I). Es wäre möglich, dass das Gehirn die Frequenzen „entlogarithmiert“ und sie durch Fouriersche Transformationen in den linearen Raum unserer gewohnten Wahrnehmungsrealitiät übersetzt. (ähnlich wie bei Bohm und Pribram)
Die neuen Wissenschaften führen nahe an die Erkenntnisse der vorindustriellen Kulturen heran, die mit ihren mystischen Wissenschaften eine zu Grunde liegende, einheitliche Struktur des Universums vermuteten. Man kann sogar in der modernen Philosophie wieder eine Bewegung, weg vom Reduktionismus und Fragmentismus hin zum Holismus beobachten (z.B. Michael Esfeld). Hier schließt sich der Kreis zu den alten esoterischen Lehren (z.B. Hermes Trismegistos und Hermetik = alles schwingt), den östlichen Philosophien und mystischen Strömungen (Schamanismus, Sufismus, Yogismus, Tantrismus Taoismus, Totenbücher, Philosophia Perennis) die solche Zusammenhänge teilweise intuitiv erfassten, oder aber durch holotrope Bewusstseinszustände (induziert durch chemische Manipulationen, Eingriffe in die Gehirnchemie durch fasten oder sensorische Isolation) oder durch Bewusstseinstransformation (Yoga, Meditation, kontemplative Gebet) die wahre Natur der Realität auf direktem Weg erfahren haben.
Aufgrund der frühen Entwicklungsstufen und mangelnder naturwissenschaftlicher Daten waren sie in ihren Lehren noch nicht zu einer exakten Ausformulierung der Gesetzmäßigkeiten in der Lage. Sie bedienen sich zumeist einer blumige Sprache, zahlreicher Metapher und mystischer Kodierungen, die für uns Nichteingeweihte schwer zu entziffern sind. (wie z.B. im Kundalini Yoga). Oder aber sie verwenden wunderbare Gleichnisse zur Beschreibung der holographischen Natur des Universums, wie beispielsweise in der Jaina-Tradition. Nach der jainistischen Kosmologie ist die gesamte Realität ein endloses zusammenhängendes Gewebe fließender Energien, die auf unterschiedlichen Manifestationsniveaus des Bewusstseins der Illusion der Getrenntheit unterliegen. Im Avatamsaka Sutra heißt es: Im Himmel Indras, hängt ein Netzwerk von Perlen so angeordnet, dass du beim Anblick einer Perle alle anderen in dieser widergespiegelt siehst. In der Hwa Yen- Schulde der buddhistischen Philosophie gibt es eine wunderbare Geschichte die eine ähnliche holographische Sicht der Dinge vermittelt, nach der Idee: In jedem Staubkörnchen sind Buddhas ohne Zahl vorhanden (Sir Chalres Eliot) Zurück zu den Finanzmärkten. Zu den frühen Pionieren, die in den Kursbewegungen harmonische Strukturen vermuteten, zählt neben Charles Nelson Elliott vor allem W.D. Gann. Gann war sich einer allumfassenden Gesetzmäßigkeit bewusst und sein Law of Vibration (Schwingungsgesetz) ist im Grunde eine noch vereinfachte Form des Holomovements. Durch das Studium alter Texte konnte er bereits ein intuitives Gefühl für die globale Ordnung entwickeln. Zwar war er nicht in der Lage, ihre Gesetzmäßigkeiten mathematisch zu definieren, er war aber definitiv auf dem richtigen Weg. Er hat sowohl die natürlichen Harmonien von Zahlen, Geometrie und Musik erkannt, als auch ihre Verbindung zu den Naturgesetzen, den zyklischen Bewegungen der Planeten und den Finanzmärkten.
Arbeiten wie die von Peters, bringen auch die Finanzwissenschaft wieder ab von Radom Walk und führen hin zu neuen Hypothesen und Modellen. Sie decken die zyklische Natur der Märkte auf und dringen dabei in vollkommen fremdartige Gebiete ein. Eine Welt eröffnet sich hier, die Theoretiker zumeist noch nicht interpretieren können. Einerseits stoßen sie durch ihre mathematischen Untersuchungen (wie durch die (R/S) Analyse) zwar zu den tiefsten Strukturschichten der Kursreihen auf mikroskopischer Ebene vor, anderseits, indem sich ihre theoretischen Überlegungen lediglich entlang der Standartmodelle bewegen können, sind sie in ihrer Interpretation der neugewonnen Daten noch an die Perspektive des Mainstreams gebunden. Die Entschlüsselung der Kursreihen hat aber gerade erst begonnen. Es bleibt weiter abzuwarten, ob eine bevorstehende Revolution in der Physik über die Sicht der Raum-Zeit Struktur, auch zu einer Revolution unseres Marktverständnisses führen wird.

Rudd, Barry-- Stock Patterns for Day Trading Rudd Barry liefert typische Bücher eines Trading Educators. Stock Patterns for Day Trading ist ein schwaches Buch. Rudd beschreibt darin simple Handelstechniken basierend auf einfachster Charttechnik, darunter Breakouts aus Trading Ranges, diverse Einstiegspunkte mit ein oder zwei Bars, wide range days, reversal bars, Dreiecke, Support und Resistance. Unzählige Praxischarts sollen die Nützlichkeit der Handelstaktiken unter Beweis stellen. Einige Orderbuchstrategien werden angehängt. http://www.barryrudd.com/index.htm *

Ruggiero, M.A.- Cybernetic Trading Strategies Cybernetic Trading Strategies von M.A.Ruggiero Jr. richtet sich an fortgeschrittene Tradestation-User und macht zweifelsfrei Arbeit. Sehr umfangreich, viele Systemansätze und ELA Code´s, auch grundlegende Statistik. Viel Intermarket, Fans dieser Analysemethode kommen hier auf ihre Kosten. Interessante Kapitel zum Thema Fuzzy Logic und Neurale Netze. Mehr Tiefgang zu letzterem wäre noch wünschenswert, gehört jedoch zu den guten Büchern in Sachen Systemtrading. Guter Einstieg in das Thema NN, auch wenn das Buch schon etwas älter ist. *****

Raschke, L.B.- Top Trading Gewinne Top Trading Gewinne von L.B. Raschke ist ein gelungenes Buch für Swingtrader, die auf der Suche nach einfachen Handelsstrategien sind. Der Stil ist im englischen Original kurz und bündig, teilweise im Interviewstil, dies beeinträchtig jedoch nicht den Inhaltsreichtum des Gesagten. Die Strategien sind brauchbar, bauen zum Teil auf charttechnische Formationen auf, teilweise auch indikatorenlastig. Keine Ausnahmesetups. ***

Ross, Joe- Chartformation Ross-Haken Im Buch Charformation Ross-Haken dreht sich alles, wie der Titel schon verrät, um den Rh. Das Buch ist gut gelungen, vermittelt der erste Teil doch, dass es für den diskretionären Futurestrader vor allem darauf ankommt, den Chart zu lesen und mit dem Trend gehen zu können. (Diskretionärer Handelsansatz= nicht vollständig systematisierter Handel, der Trader besitzt zwar einen groben Handelsplan und Handelsregeln mit Einstiegssignalen, die tatsächlichen Handelsaktivitäten bleiben aber flexibel und werden dem entsprechendem Marktverhalten adaptiv angepasst. z.B. variables Positionsmanagement, variable Stop Loss Größe). Es kommen die Kräfte zur Sprache, die sich hinter den Marktbewegungen verbergen, die genaue Anwendung des Hakens in der Praxis, Orderplatzierung, Moneymanagement usw. Ab Seite 140 geht es um die Filtermöglichkeiten des Hakens mit Indikatoren wie dem CCI, den Bollingerbändern und der Stochastik. Ob diese auch tatsächlich wirksam sind, bleibt im Dunkeln. Skepsis ist angebracht, da ein mechanischer Test fehlt. Ab Seite 250 wird es mit dem Kapitel reine Haken wieder puristischer und es dreht sich wieder alles um das Lesen von Charts. Ohne die Ross-typische Selbstverherrlichung der eigenen Methode wäre der professionelle Eindruck rundum gelungen....... --- Vier von fünf Sternen --- ****

Ross, Joe- Trading ist ein Geschäft Im Buch Trading ist ein Geschäft geht es vor allem um die Einstellung zum Trading und dem psychologischen Background. Wenn Sie eine seitenlange Standpauke erhalten wollen, wie dumm Sie bisher waren und warum die Ross Strategien funktionieren sollten, sind Sie hier richtig. Dies wird jeder mit seiner subjektiven Meinung anders sehen, ich halte Kapitel wie den Lebensindex jedoch für nicht wirklich notwendig. Ab Seite 136 kommen erst die Strategien zur Sprache, wieder der Rh, 123 Hoch/Tiefs, Schiebezonen, Moneymanagement, Orderplatzierung usw.... Wenige praktische Tradingbeispiele, wenig über das Lesen von Charts. Einsteiger bekommen jedoch eine Ahnung vermittelt, worum es beim Trading geht. *

Ross, Joe- Tagesgeschäft an den Futuresbörsen Wenngleich die Bücher von Joe Ross für die praktische Umsetzung im Daytrading brauchbar sind, wird die Materie kommerziell zu stark hochgepusht. Die Methoden basieren auf einfachsten charttechnischen Formationen, gepaart mit Positionsmanagement, Moneymanagement und Handelsdisziplin. In dem Buch Tagesgeschäft an den Futuresbörsen geht es im ersten und theoretischen Teil vor allem um Konsolidierungen und Schiebezonen, aber auch Ross Haken, 123 Hochs/Tiefs usw. Ab Seite 140 folgen Unmengen an Charts, die die Profitabilität der Strategien in der täglichen Handelspraxis beweisen sollen. Ross, der sich in seinen Büchern gerne als der nette Onkel von nebenan darstellt, übersimplifiziert das Trading und entfernt sich zu weit von der tatsächlichen Komplexität der Märkte. Er vermittelt dem Leser das trügerische Gefühl für die Futuresmärkte bereit zu sein, was sich schnell als ein tödlicher Fehler herausstellen wird. Der Leser verliert beim Studium der Bücher den Kontakt zur Realität. Tatsache ist, dass der Ross Haken als Trendfolgeansatz in Seitwärtsmärkten üble Verluste einfährt (und dünne, lange Seitwärtsmärkte stehen im Intradayhandel an der Tagesordnung). ***

Sklarew, Arthur - Techniques of a Professional Commodity Chart Analyst (1980) Sklarew liefert ein wenig spektakuläres Einführungsbuch in die charttechnische Analyse mit Anwendungstipps fürs praktische Trading. Mit dabei sind die bekanntesten Elemente der Charttechnik wie Trendlinien, Support und Resistance, Formationen, Gaps, Moving Averages usw. Der Autor versucht Überlegungen zur frühzeitigen Trenderkennung einzubringen. Es ist aber kein Lehrbuch für Charttechniker. Kritikwürdig ist seine Vermischung von Forecasting und Trading. Sklarew vertritt eine subjektive Sicht der Chartanalyse und ermahnt, dass diese keine strenge Wissenschaft darstellen kann und als eine Art Kunstform von der Erfahrung des Analysten abhängig ist. Auf der anderen Seite will er die Charttechnik zum Traden nutzen. Das ist ein Widerspruch, professionelles Trading kann kein Ratespiel sein und versucht subjektive Elemente so weit als möglich auszuschließen. Alle anderen Ansätze bleiben letztendlich Narren des Zufalls. Natürlich gibt es erfahrene Chartanalysten, die über viele Jahre hinweg gelernt haben, den Markt zu lesen und ihn erfolgreich einschätzen können, diese Herangehensweise kann aber nicht die Grundlage eines soliden Vermögensaufbaus sein, noch ist es der Weg, mit dem Einsteiger von Beginn weg erfolgreich sein können. Im Grunde kein schlechtes Buch, es macht einen professionellen Eindruck und ist gewissenhaft ausgearbeitet, die gebotenen Informationen sind aber trivial. Als charttechnisches Lehrbuch bleibt Murphy erste Wahl. **

Stendhal, David C. - Dynamic Trading Indicators Stendal beschäftigt sich mit Value Charts, die im Gegensatz zu Bar Charts keine konstante Preisachse besitzen, sondern das relative Verhältnis zwischen Preis und Fair Value darstellen. Das Problem stellt natürlich die Bestimmung eines Fair Value dar. Es ist dennoch eine interessante Idee, mit der sowohl Charttechniker als auch Systementwickler experimentieren können. Sie eröffnet eine neue Palette von Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise Rebound Strategien in Kombination mit Bollinger Bändern. Der zweite Teil des Buches versucht Tradingsysteme zu entwerfen. Stendahl liefert Backtests und Tradestation Performance Reports. Das Buch hat eine professionelle Aufmachung und ist gut gearbeitet. Da relative Preis Charts in den wenigsten Softwarepaketen integriert sind, benötigt man zur Umsetzung der Ideen zumeist eigene Programmierkenntnisse. ****

Stevens, Leigh - Essential Technical Analysis - Tools And Techniques To Spot Market Trends (2002) Im Vorwort verteidigt Tony Plummer den Wert der Charttechnik mit einer leidenschaftlichen Rede: “Most of these individuals are successful because they recognize, in a way that academic analysis still does not, that asset price movements are not just random fluctuations driven by the rational behavior of independent traders. They recognize that human beings are, by nature, gregarious and communicative, and have an inner drive to belong to groups. Not surprisingly, therefore, group psychology provides a controlling influence over individual activity and transforms a large quantity of apparently unrelated decisions into a more certain outcome. Importantly, this outcome reveals itself in the form of rhythmic, patterned, price movements that bear not only a natural relationship to one another but also are essentially predictable once they are understood. This is why the discipline of technical analysis, hearing the message of the market via price movements, is such an accurate tool for making profitable trading decisions.”
Essential Technical Analysis deckt die Grundlagen der Charttechnik ab: Dow Theorie, verschiedene Chartarten, Volumen, Trendlinien, Unterstützung und Widerstand, Formationen, Gaps, einige Indikatoren, Sentiment werden ausführlich behandelt. Es gibt nichts zu meckern, Stevens hinterlässt einen professionelleren Eindruck. Als Chartanalyst bei CNBC.com bringt nicht nur die notwendige praktische Erfahrung mit, auch die theoretische Ausarbeitung zum Thema gefällt. Das Buch ist über 300 Seiten stark und kann als Lehrbuch zur Charttechnik mit Murphy durchaus mithalten, wenngleich mir persönlich vom Stil her Murphy doch etwas besser gefällt. Profis erhalten keine neuen Informationen mehr. ****

Sweeney, John - Campaign Trading Sweeny baut seine Strategie auf den Erkenntnissen von Sherry auf, der in seinen Preisuntersuchungen herausfand, dass sich die Market nicht immer zufällig verhalten, sondern temporäre Zeitfenster öffnen, innerhalb derer technische Werkzeuge wirksam eingesetzt werden können.
“Evidence of order in the markets came from Cliff Sherry in the198Os, when he pointed out that our conventional statistical analysis might be misleading us. In his first book, Dr. Sherry asked whether financial time series were truly random, independent, and stationary. He provided techniques for determining first stationarity (whether the rules for creating prices were changing or not); then dependence (whether prior prices have any impact on current prices); and then randomness (whether today’s price or the change in price is a coin toss). In applying the techniques to real-world data such as the S&P 500, he found data that were indeed stationary, contained serial dependencies, but evidenced random price changes. In most trading within a certain temporal window, past prices have an impact on future prices, but within that range of dependence, price changes occur randomly.”
2 Paul Cootner, The Random Character of Stock Prices (Cambridge: MIT Press 1964). 3 Clifford J. Sherry, The Mathematics of Technical Analysis (Chicago: Probus 1992).
Sweeny versucht dem Leser den notwendigen Stoff zu vermitteln, um einen eigenen Handelsplan erstellen zu können. Dazu werden diverse technische Instrumente dem jeweiligen Marktverhalten entsprechend ausgewählt und in einen Tradingplan integriert. Er behandelt Trendtrading und Countertrend Strategien, richtiges Backtesten, bringt diverse Überlegungen zum Risikomanagement, zur Stop Platzierung und setzt sich mit anderen Problemen auseinander, die sich dem Trader stellen. Er bietet strategische Überlegungen zum Aufstellen eines Tradingplans und leistet damit Hilfestellung für Trader, die Probleme bei ihren bisherigen Umsetzungen haben.
John Sweeny hat Plan. Er liefert Fakten und hat eine strukturiere und strategische Denkweise. Als technischer Editor von Stock & Commodities besitz er ausgezeichnete Literaturkenntnisse und scheint einigermaßen mit den derzeit vorhandenen Softwarepaketen vertraut zu sein. Dennoch ist Campaign Trading kein außergewöhnliches Buch und stellt keine neuen Entwicklungen vor. Er liefert keine fertigen Tradingstrategien, aber in Kombination mit Kaufman erhält man eine Einführung in die Denkweise des systemorientierten Tradings, und das notwendige Basiswissen, um einen Tradingframe konstruieren zu können. ***

Turner, Michael P. - Daytrading Into The Millennium Daytrading Into The Millennium von Michael P. Turner richtet sich nur an absolute Tradingeinsteiger, die Informationen rund um das Day-Trading suchen. Das Buch startet von Grund auf, besprochen werden Orderarten, Moneymanagement, Psychologie beim Trading, Execution Systems wie SOES, Level 2 usw. Es finden sich leider keinerlei Highlights in dem Buch, keine Tradingstrategien, keine Praxisbeispiele. Fazit: Nur für absolute Einsteiger. Infos rund ums Traden. *

Williams, Bill- Trading Chaos Das Buch schafft es, über ein spannendes Thema, viel Lauwarmes zu erzählen. Der Autor gibt an, 90% der Trader machen Verluste, weil sie die falsche Einstellung gegenüber die Natur des Marktes haben, der Autor hält jedoch keine wirklich brauchbaren Lösungsvorschläge bereit. Viel Allgemeines über die fraktale Geometry, wenig Fakten. Beinahe lächerlich die Ausführungen wie man vom Novice Trader zum Experten wird. Sätze wie:"Folgen Sie dem Trend" wirken beinahe schon verhöhnend. In weiterer Folge geht es um die Elliott Wellen Theorie in Kombination mit dem MFI Indikator, Volumen und MACD. Die Ausführungen werden zwar etwas genauer, für die erfolgreiche Anwendung der Elliott Wave Theorie in der Praxis jedoch viel zu wenig. Fazit: Weder Fisch noch Fleisch, viel Allgemeines, wenig Fakten. Ein profitabler Trader wird man mit Hilfe dieses Buches kaum. *

Weintraub, Neal- Die Tricks der Floortrader Der ehemalige Floortrader und nun Tradingcoach Neal Weintraub liefert mit Die Tricks der Floortrader ein typisches Buch eines ehemaligen Traders. Kurz und bündiger Schreibstil, kaum Charttechnik, geschweige denn Indikatoren, wenig Schwarz oder Weiß... viel Grau. Es fließt die Erfahrung eines Händlers ein, er erzählt Geschichten rund ums Parkett und einige Tricks, die man sonst nirgends lesen kann. Ich meine, das Buch richtet sich an erfahrene diskretionäre Trader, die noch den einen oder anderen Tipp eines alten Hasen hören möchten. Weiteres werden Spreads, das Verhalten vor Nachrichten, Point & Figure, Pivots usw. erwähnt. Trader auf der Suche nach dem heiligen Gral sind hier falsch. Persönlich habe ich das Buch als unterhaltsam, aber auch als bereichernd empfunden. **
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Comment by zbdeudwxyxr on 2009-12-19 02:41:44 gw9Kvn icmgxdjenmcv, [url=http://eiulmrqkmyhe.com/]eiulmrqkmyhe[/url], [link=http://ugfurbwvyrth.com/]ugfurbwvyrth[/link], http://jukvoejkafzk.com/ | Comment by ftswjz on 2009-12-19 02:41:48 OXjASJ histirtmroom, [url=http://wrzjrycwokhu.com/]wrzjrycwokhu[/url], [link=http://eylzchfchbiw.com/]eylzchfchbiw[/link], http://lsvhetxhnosx.com/ | Comment by bioth on 2010-01-05 03:06:34 I heard a lot of people said 90% of forex trader lose money. I wonder how long and roughtly how much the trader lose become they become the remaining 10% winners. best forex software | Comment by Keepefoemnkep on 2010-01-25 22:48:33 hi can anyone help me i have tried for over a week now to get a loan,i have very bad credit history mainly due to a failed marrage ,i have had all the usual ,wh loans,advantage loans ,yes loans ,get in touch and promise a bad credit loans on paying the brokerage fee,i am reluctant due to reviews on the net and i have been stung before by a company called wentorth finance ,and never got the loan of the 50 pound fee back, i have had an offer from flm but need a gaurantor which isnt really an option either . i wondered if anyone had any loan companys that considered bad credit ,but loaned direct without these numerous sites with different alias but mainly did same thing pay us and we will get u loan (maybe)senario has anyone also heard of a company called fresh loans they have they sent me details out but the may be a charge but not always ,i suspect she didnt want to tell me there was a charge thanks Keepefoemnkep | Comment by cp cheat on 2010-01-26 09:05:17 Club Penguin Cheats provides you with a Club Penguin Money Maker that permits you to make a lot of coins in Club Penguin. Club Penguin Cheats also provides you with Club Penguin Trackers such as a Club Penguin Aunt Arctic Tracker, a Club Penguin Cadence Tracker, a Club Penguin Gary Tracker, a Club Penguin Band Tracker, a Club Penguin Rockhopper Tracker, and a Club Penguin Sensei Tracker. Finally,Club Penguin Cheats provides you with Club Penguin Bots and Club Penguin Mission Cheats and Club Penguin Coin Cheats |
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